Weißt du, was Liebe ist?
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Jubi Story zum 100. Kapi

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Hilf mir fliegen1. Teil 'Weil du mir ihr Herz hinterlässt'


Kapitel 21
 
* Hinterfotziges Arschloch,* nuschelte ich, während ich meinen Blick auf den zweiten Songtext richtete. Ein englischer Songtext. Erst auf den zweiten Blick sah ich welcher es war… und erst auf den dritten Blick wurde mir bewusst worum es in dem Song ging. Aber… woher wusste Bill dass? Ich warf einen Blick auf meine Arme, auf denen sich noch deutlich die Einstichnarben meines Heroin Konsums hervor hoben. Scheiße! Ich schloss die Augen, wollte jetzt nicht rum schreien. Wollte mir nichts anmerken lassen. Bill sollte nicht erfahren dass er recht hatte… obwohl, hatte es einen Sinn etwas zu leugnen was anscheinend offensichtlich war?
* Ich… ich kann nicht,* hauchte ich in das Mikrofon, nahm die Kopfhörer von den Ohren und stürmte raus, gradewegs in die Arme von Tom, welcher mich festhielt. Ich weinte hemmungslos in sein T-Shirt. Bill war ein dummes Arschloch und ich war naiv. Naiv zu glauben man würde die Narben nicht sehen. Toms Griff lockerte sich, als ich hinter uns eine Tür aufgehen hörte.
* Kim… so was ist kein Grund… kein Grund sein Leben auf zugeben. Dass ist nichts für dass du dich schämen musst,* hörte ich Bills Stimme, ganz nah an meinem Ohr und erinnerte mich zurück an unsere erste Begegnung, auf der Bank auf dem verlassenen Schulhof. Ich schüttelte kaum merklich den Kopf und versuchte mich an Tom vorbei zu drücken, wurde aber unsanft nach hinten gezogen und landete auf der Couch an der Wand.
* Kim, du kannst doch nicht ewig vor deinen Problemen weglaufen,* fauchte Bill, welcher mich unsanft am Handgelenk gepackt hatte. Er wechselte kurz ein paar Blicke mit Tom, woraufhin dieser nickte und sich auf den nächst besten Stuhl warf. Alle Blicke waren auf mich gerichtet. Ich weinte stumm, Tränen bahnten sich ihren Weg über mein Gesicht. * Kim bitte. Ich will dir helfen,* Bills Stimme klang verzweifelt in seinem Blick war Angst und pures Mitleid zusehen.
* Niemand kann mir helfen,* hauchte ich und ließ den Kopf in meine Hände sinken.
* Woher willst du dass wissen wenn du es nicht versuchst?* schaltete sich Tom ein und ich blickte auf. Ich wollte doch nicht. Ich wollte niemandem zur Last fallen und ich wollte nicht… dass Mira etwas passieren würde.
* Kim! Wenn du uns zur Last fällst sagen wir dir dass. Und was hat Mira damit zu tun?* Tom blickte mich fragend an während Bill Nachdenklich gegen die Wand starrte. Hatte ich dass grade laut gesagt? Verdammt… Ich schluckte den Klos, welcher sich in meinem Hals bildete hinunter. Blickte Hilfe suchend um mich, doch da war niemand außer uns drein. Ich seufzte, schluchzte erneut auf. Sie konnten mich doch nicht dazu zwingen. Während ich nach einer guten Ausrede suchte spürte ich wie etwas meine Hand umschloss. Warme Finger schlangen sich um die meinen und sofort fühlte ich mich geborgen. Ich sah zur Seite, sah in Bills braune Augen, welche mich mit so viel wärme und Geborgenheit anstrahlten dass mir warm und kalt gleichzeitig wurde. Und dann fing ich an zu reden. Ich ließ die letzten Monate komplett revu passieren.
Und es tat gut. Es tat gut, als Bill mir sanft über den Rücken strich, dabei meine Haut berührte und eine brennende Spur auf eben genau dieser hinterließ. Er nahm mich in den Arm und ich weinte. Ließ einfach alles raus. Ich wollte leben. Wollte wieder spaß am leben haben. Mich fallen lassen können… und ich wusste dass ich das, in Bills Armen konnte. Ich durfte so sein, wie ich war.
 
 
Kapitel 22
 
* Ich wusste es,* fauchte Tom und sprang auf. Die ganze Zeit über hatte er geschwiegen.
* Du gehst zur Polizei und zeigst die-* er brach ab und starrte einen Moment lang zu Bill, um dann in doppelter Geschwindigkeit weiter zu sprechen:* Nein besser. Wir regeln dass. Mach dir keine Sorgen um Mimi, der passiert nichts,* und mit diesen Worten war er verschwunden und ließ Bill und mich allein. Bill starrte einen Moment lang verwirrt drein, drehte sich dann zu mir und lächelte sanft:* Ich bin stolz auf dich,* hauchte er mit einem unbeschreiblichen Unterton. Unsere Gesichter waren nur ein paar cm von einander getrennt und ich spürte Bills heißen Atem auf meiner Nase kitzeln. Augenblicklich musste ich kichern und rieb mir die Nase. Bill schmunzelte kurz, wurde dann aber wieder ernst. Ich spürte wie er eine Hand in meinen Nacken legte und mich zu sich zog. Und dann… berührten sich unsere Lippen. Ganz zart, kaum spürbar lagen sie auf einander. Ich schloss die Augen, rückte noch ein stück näher zu Bill und presste meine Lippen noch enger auf die seinen. Und irgendwann spürte ich Bills warme Zunge, wie sie über meine Unterlippe strich um dann kurz darauf um einlass zu betteln, welchen ich ihm sofort gewehrte. Er schmeckte gut und es fühlte sich toll an, als meine Zunge über die seine strich. Der kühle Pircing in seiner warmen Mundhöhle war der kick an dem ganzen.
* Leute ich-* Bill und ich schossen aus einander. Geschockt blickte ich ihn an. Realisierte was ich getan hatte. Ich hatte ihn geküsst. Ihn, den Jungen den kein Mädchen haben konnte. Ihn, der meinem Benni so ähnlich sah. Ihn… der…. Der mir das Gefühl gab etwas wert zu sein. Mein Blick wanderte zur Tür in der Tom stand. Ein fettes grinsen im Gesicht.
*Scheiße,* stöhnte Bill, blickte mich noch einmal kurz an, ehe er sich an seinem Bruder vorbei drängelte und verschwand. Toms grinsen wich sofort aus seinem Gesicht und nach einem kurzen:* Bin sofort wieder da!* stolperte er hinter seinem Bruder her. Was sie mit einander besprachen wusste ich nicht, es war mir auch egal. Bill schien nichts für mich zu fühlen. Und wieder einmal hatte man das Messer in meinem Herzen, tiefer gebohrt.
* Hey, nicht weinen. Er … er muss nur nachdenken,* Tom, welcher sich neben mich gesetzt hatte wischte die Tränen, welche sich unbemerkt einen Weg nach unten gebahnt hatten. * Wieso küsst er mich wenn er mich nicht liebt? Wieso will er mir helfen um meine Gefühle dann nur noch mehr zu verwirren?* schniefte ich geräuschvoll in Toms T-shirt. Das zweite mal an diesem Tag.
* Woher willst du wissen dass er dich nicht liebt? Ich meine, ihr kennt euch doch erst seit ein paar Tagen… aber Bill… der küsst kein Mädchen für das er nichts fühlt,* Tom schüttelte den Kopf und ich blickte ihn misstrauisch an. Wollte allein sein und so flüchtete ich, ohne ein weiteres Wort rauf in mein Zimmer. Schloss die Tür um die nächste gleich wieder zu öffnen. Die Balkontür. Ich lehnte mich an die Wand, ließ mir die Sonne ins Gesicht scheinen um mich dann an dem kalten Stein hinab auf den Boden sinken zu lassen. Der Kuss hatte sich so… so unbeschreiblich angefühlt. Ich hatte mich so wohl gefühlt. Bills Hand in meinem Nacken. Seine Lippen auf den meinen. Ich hatte mich geliebt gefühlt. Hatte mir Hoffnung gemacht. Hatte nicht einmal an Benni gedacht. Und in dem Moment, wurde es mir klar. Da war etwas zwischen mir und Bill. Etwas ganz besonderes. Weit aus größer als die Liebe. Die Terrassentür neben mir wurde geöffnet. Ich blickte auf, sah zwei schlanke lange Beine welche einknickten. Und dann sah ich ihm in die Augen. Ihm… Bill Kaulitz. Und ehe ich etwas sagen konnte, spürte ich seine weichen Lippen erneut. Tausende kleine Küsse, welche er auf meinen Lippen verteilte. Wie brause, die auf der Haut prickelte. Ich schloss die Augen erneut, wollte genießen als Bill plötzlich stoppte. Sofort sah ich ihn an. Und er sah zurück. Stumm. Und so saßen wir auf dem Balkon in der Sonne, Hand in Hand, neben einander, stumm den Augenkontakt haltend. Aus Bills ernstem Blick wurde ein weicher, verträumter. * Ich bin immer für dich da, kleiner Stern,* flüsterte er.
 
// Das lächeln der blonden wird immer breiter, als der Schwarzhaarige ihr spielerisch in die Seite piekt. Als würden sie sich schon ewig kennen sitzen sie da in der Sonne und albern rum. Niemand erkennt das große Unglück, welches schon bald, teil ihrer Leben sein könnte//
 
 
Kapitel 23
 
Toms Sicht
Sie war gegangen ohne noch etwas zu sagen. Ich wurde nicht schlau aus diesem Mädchen. Aber Bill, ja, ihn kannte ich viel zu Gut als dass er mir etwas hätte vormachen können. Er mochte dieses Mädchen. Warum auch immer. Eine knappe Stunde war es im Haus toten still, dann hörte ich lautes gepolter und Bill stand in meiner Tür. Er grinste über beide Ohren. Seine Wangen waren leicht gerötet.
* Zusammen?* Fragte ich, sein lächeln verschwand. Er schüttelte den Kopf, ließ sich neben mir aufs Bett fallen.
* Ich weiß nicht, sie hat mich geküsst, ich hab sie lächeln sehen. Richtig lächeln. Sie ist wunderschön wenn sie lacht,* sein Blick, welcher bis ein paar Sekunden noch stumm gegen die Wand gerichtet war, richtete sich nun auf mich, Bill lächelte. * ich möchte ihr helfen,* hauchte er:* Ich will dass sie mir vertraut, mir ihr Herz öffnet. Ganz… und freiwillig.* Ich konnte ihn nur zu gut verstehen. Aber ich wusste auch, dass er und Kim es nicht leicht haben würden. Denn Kim liebte diesen Benni, dass wusste ich. Man sah es in ihren Augen. Sah die Trauer. Jeden Tag, immer wenn sie sprach. Selbst wenn sie lächelte, gezwungen und gequält, da war nie dieser Glanz in ihren Augen. Und Bill wusste das. Er wusste, ihr Herz würde NIE ihm ganz allein gehören. Nachdem ich Bill rausgeschmissen hatte, suchte ich Kim. Wollte wissen, wie sie fühlte. Wollte vermitteln und meinen Bruder, und natürlich auch dass ‘geheimnisvolle Mädchen’ wie ich Kim liebevoll nannte, wieder glücklich sehen.
* Komm rein,* nuschelte sie verlegen als ich an ihre Tür geklopft hatte.
* Kim glaubst du, dass du Bill liebst?* Ich redete nicht gerne um den heißen Brei herum und so fragte ich sie direkt nach meinem Anliegen. Ihre Augen, so voller schmerz und Trauer, wandten sich von mir ab.
* Ich kann ihm niemals die Liebe entgegen bringen die er verdient hat Tom. Niemals. Mein Herz gehört nur einer Person. Nur Benni. So sehr ich Bill mag, so wohl ich mich bei ihm fühle. So gut seine Küsse auch schmecken mögen. Ich kann nicht… ich… ich fühl mich so schlecht,* das letztere hatte sie unter Tränen heraus gepresst. Und wieder, dass zweite mal an diesem Tag weinte sie in mein T-Shirt.
* Kim? Dann sag ihm dass. Ich möchte Bill nicht traurig sehen, er hat nicht verdient dass du ihn so halbherzig behandelst. Er hat nicht verdient von einem Mädchen geküsst zu werden, welches ihn nicht liebt. Aber denk mal drüber nach Kim. Wenn dieser Benni dich so sehr geliebt hätte wie du ihn, dann hätte er dich nicht an Drogen kommen lassen. Dann hätte er dich nicht einfach so alleine gelassen. Er hätte nicht zu gelassen dass es dir schlecht geht,* während ich sprach schluchzte sie ab und, hatte sich aber wieder beruhigt und schaute mich jetzt, mit großen-, verweinten Augen an. Sie erwiderte nichts, sie verteidigte diesen Jungen nicht, sah mich einfach nur an… Minuten schienen vergangen zu sein bis… Kapitel 24 Kims Sicht * Du hast Recht… aber ich… ich hab ihn geliebt. So sehr,* meine Stimme, so schwach, so brüchig. Toms Hand wanderte über meinen Rücken, er sprach beruhigend auf mich ein, aber alles was über seine Lippen kam, blieb meinen Ohren verwehrt. Meine Gedanken waren völlig abgedriftet und alles was ich vor mir sah, war ein riesen großes Loch… ich auf der einen, Bill auf der anderen Seite. Ich schien immer mehr in der schwarzen Dunkelheit zu versinken, während Bill auf mich hinab sah. Er schrie meinen Namen, doch ich konnte nicht antworten… und dann… war da Benni, er stand einfach nur stumm da, sah mir nach, wie ich immer mehr… immer tiefer versank.
* Kim?* Tom fuchtelte mit seiner Hand vor meinem Gesicht herum. Ich schüttelte den Kopf. Wollte die gerade gedachten Gedanken wieder los werden und blickte fragend und verwirrt in die wunderschönen braunen Augen von Tom, die denen seines Zwillings so unglaublich ähnelten und doch so Grund verschieden waren. In Toms Augen, spiegelte sich die Lebenslust wieder, die Erfahrungen und die pure Neugier. Bills Augen dagegen wirkten Nachdenklich, ängstlich und fast schon magisch. Ich liebte seine Augen. Ein kribbeln durchzuckte meinen Körper und ich blickte entsetzt wieder zu Tom, welcher mich interessiert musterte.
* Sag mal träumst du generell so viel oder nur dann wenn ich mit dir rede?* schmunzelte er frech und auch mir huschte ein kleines Grinsen übers Gesicht.
* Weißt du was Tom? Du hast Recht. Ich… ich kann Benni nicht vergessen. Niemals. Aber ich kann ihn loslassen. Kann ihn ziehen lassen… und vielleicht… hab ich irgendwann Platz für etwas neues… da drin,* ich weiß mit der Hand auf mein Herz. Tom nickte. Und drückte mich dann an sich.
* Du schaffst das. Wir alle hier glauben ganz fest an dich,* flüsterte er liebevoll, ehe er aufstand und mich allein ließ. Und da saß ich nun, lächelte.
 
 
Kapitel 25
 
Bills Sicht
Ich saß in meinem Zimmer, dachte nach… über den heutigen tag… über den Kuss und über Kim, als es klopfte. Ich riss die Tür auf, in dem glauben dass Tom davor stünde, aber nein… zwei wunderschöne grüne Augen schielten mich an. Und ehe ich etwas sagen konnte, sprudelte es aus Kim heraus.
* Bill ich hab Nachgedacht. Also, besser gesagt, Tom hat mir so einiges klar gemacht. Benni ist… nicht mehr hier, dass weiß ich und ich weiß auch, dass ich es nicht ändern kann. Natürlich kann ich es nicht rückgängig machen und es wäre wohl ziemlich naiv dass Gegenteil zu behaupten. Aber ich will eins klarstellen. Ich habe Benni geliebt und ich werde ihn niemals vergessen, Betonung liegt auf: Niemals! Trotzdem glaube ich, jetzt wo ich hier bin, mir fest vorgenommen habe neu anzufangen, ist es vielleicht dass beste ihn ein stück los zu lassen. Vielleicht mal wieder etwas neues sehen. Die Welt wieder mit besseren Augen oder-, du weißt schon wie ich dass meine. Und ich hab den Kuss, also ich meine… die Küsse heute sehr genossen und ich fand es wunderschön mit dir und… ja der Tag war toll… ABER… jetzt kommt das große aber… vielleicht auch nur das kleine… ist ja auch egal… ich kann- und will dir vorerst auch nicht die Liebe entgegen bringen die du verdient hättest, dafür ist alles noch viel zu frisch. Aber ich möchte dich nicht verlieren.
Ich will noch keine Beziehung, dazu kennen wir uns viel zu wenig, aber ich möchte dich gerne ein bisschen besser kennen lernen. Will wissen wie du lebst, will etwas über dich erfahren… und vielleicht.. Vielleicht entwickelt sich dann in diesen 2 Wochen irgendwas… ich meine, ich weiß es ja nicht, aber es könnte-* Kim hatte in so einem schnellen Tempo gesprochen dass es mir schwer fiel ihr zu folgen. So unterbrach ich ihr Gefasel, drückte ihr zärtlich meine Lippen auf den Mund. Besser kennen lernen wollte sie mich. Vielleicht keine so schlechte Idee. Das Benni ihr im Herzen bleiben würde… konnte ich akzeptieren. Er war keine wirkliche Konkurrenz für mich. Er war tot. Und Tom, den würde ich mir heute noch zur Seite nehmen, dass der sich einfach dass Recht nahm sich in meine Sachen ein zu mischen… fand ich wirklich super! Ich musste schmunzeln und Kim löste sich langsam wieder von mir.
* Wow,* hauchte sie:* Ich glaub… ich steh auf solche kennen lern spiele,* fügte sie schüchtern hinzu und kam einen Schritt auf mich zu. Und während wir da so standen, uns zärtlich küssten… kam mir eine Idee.
 
 
Kapitel 26
 
Kims Sicht
Wir hatten einfach nur so da gesessen. Geredet und uns geküsst. Und dann… war ich hier, in meinem Zimmer wieder aufgewacht, schaute in den Spiegel und sah ein wunderschönes lächeln, welches mir entgegen strahlte.
Das war ich. Bei dieser Feststellung musste ich lachen und ließ mich rücklings zurück auf mein Bett fallen. Es war jetzt kurz vor 11 Uhr, draußen war es ungemein nebelig und anscheinend auch ziemlich kalt, wie ich feststellte als ich die Balkontür öffnete, und sie sofort wieder schloss. Ich wollte doch nicht erfrieren. Schon wieder musste ich lachen. Grundlos. Ich fühlte mich frei, ein bisschen so, wie auf Drogen. Hatte das Gefühl ich würde fliegen. Hatte es geklopft? Ich schrak auf, hüpfte freudestrahlend zur Tür, riss diese dann auf und ein Bill kam mir entgegen gestolpert. Mit einem frechen grinsen strahlte er mir entgegen.
* Zieh dich an, wasch dich und dann komm rüber, ich hab heute was vor,* er drückte mir einen Kuss auf die Stirn und verschwand wieder. Lies mich nachdenklich zurück. Aber ohne Nach zu denken sprang ich unter die Dusche, zog mich an, schminkte mich und stand eine halbe Stunde später vor Bills Tür.
* Okay, dann komm,* lächelte er und griff meine Hand.
* Wohin… wohin gehen wir denn?* fragte ich schüchtern, aber glücklich. * Spazieren. Ich möchte dir was zeigen,* während wir die Treppe hinunter durch die Eingangshalle liefen schwiegen wir, doch die aufsteigende Neugier meinerseits ließ sich kaum noch unterdrücken.
* Sag doch mal wohin wir gehen,* nörgelte ich und blieb trotzig stehen. Bill welcher mir einen Schritt voraus war, drehte sich zu mir um.
* Komm einfach,* sein auffordernder Blick verhärtete sich und er zog mich sanft lächelnd hinter sich her in die Kälte. Wir liefen ein stück die Hauptstraße entlang, zu meinem glück blieb Bill allerdings völlig unerkannt. Wir schwiegen immer noch und Bills schritte wurden immer schneller, als wir in einen kleinen Feldweg abbogen.
* Bill? Wohin,* er unterbrach mich sofort:* Halt die Klappe und komm,* sein Händedruck wurde etwas stärker und Bill lächelte sanft, aber leicht angenervt. Wir liefen… und liefen bis Bill irgendwann abrupt stehen blieb. Er zog mich neben sich… und was ich dann sah, nahm mir für einen kurzen Moment den Atem.
 
 
Kapitel 27
 
Wir standen auf einer kleinen Lichtung. Vor uns lag ein kleiner See, nicht groß, aber ganz klar. Nebel umgab uns. Mich… und Bill. Es war kalt. Verdammt kalt… und trotzdem wunderschön.
* Manchmal… manchmal sitze ich hier. Stundenlang. Schreibe texte… oder schreibe über meine Gedanken. Dann will ich einfach nur meine ruhe haben. Alleine sein und nachdenken. Niemand kennt diesen Ort. Niemand… außer Tom und mir… und… jetzt.. Jetzt eben auch dir. Wenn du… wenn du dass Gefühl hast, dass alles schief geht… du kannst immer zu mir kommen kleiner Stern. Immer. Und wenn ich nicht erreichbar bin… dann bin ich hier… und du… du kannst jederzeit herkommen. Ich hab immer ein Ohr für dich… und ich will dir helfen,* ich blickte auf. Blickte in die funkelnden Augen von Bill, schüttelte den Kopf. Ganz sachte. Fassungslos. Wurde gefesselt. Gefesselt von dem warmen Blick. Von den wunderschönen Augen, drohte in ihnen zu versinken. Verlor mich in dem Gefühl, welches durch meinen Körper strömte. Immer noch schüttelte ich den Kopf. Wollte nicht glauben dass er das grade gesagt hatte… Wollte nicht glauben dass er anscheinend all das, was ihm etwas bedeutete mit mir teilen wollte. Wollte nicht verstehen, warum seine Augen mich so sehr um den verstand brachten. Und dann näherte ich mich seinem Gesicht. Schloss die Augen und lies es geschehen. Spürte seine warmen weichen Lippen. Spürte seine Zunge, die um einlass bettelte. Spürte Bills warme Hand, die unter meine Jacke glitt und mir über den Rücken strich. Eine wohlige Gänsehaut hinterließ. Es war der wohl schönste-, leidenschaftlichste-, gefühlvollste Kuss den ich je erleben würde. Wir standen einfach nur da, küssten uns… eng umschlungen.
Da war nichts. Nur das Gefühl geliebt zu werden. Das Gefühl wieder zu leben. Ich seufzte in den Kuss hinein, spürte wie Bill mich sanft von sich drückte, öffnete die Augen und spürte Bills heißen Atem an meinem Ohr.
* Ich liebe dich!* Mein Herz setzte aus, mein Blut schien in den Adern gefroren zu sein. Meine Hand krallte sich an Bills Rücken fest und ich drückte mich gegen seine Brust. Hörte seinen Herzschlag. Spürte die wärme die er ausstrahlte und konnte nicht verhindern, dass eine Träne sich den Weg gen Boden suchte, als Bill seine Arme um mich legte und noch näher an sich presste.
 
// Das Mädchen, drückte sich noch näher an die Brust ihres Freundes. Dieser schloss genießerisch die Augen. Seufzte lautlos. Sein größter Wunsch hatte sich erfüllt. Seine große Liebe… er schien sie gefunden zu haben. Er hatte keine Ahnung davon, was sich durch ihr Auftreten noch verändern würde. Hatte keine Ahnung von dem Leid, welches ihr Leben bald erneut, auf eine harte Probe stellen würde. //
 
 
Kapitel 28
 
Ich wusste Bill würde mein Vertrauen niemals missbrauchen. Wir standen einfach nur da, ich krallte mich verzweifelt in Bills Jacke fest, versuchte vergebens den Gedanken zu entfliehen. Ich wusste nicht was es war, aber es war furchtbar. Ein schrecklicher Schmerz der sich durch meinen Körper bohrte. Schlimmer als jeder Körperliche Schmerz.
Bill schien zu merken dass mit mir etwas nicht stimmte. Die letzten Minuten die wir zusammen verbracht hatten, waren vergessen. Ich hatte Angst, Bill schien es nicht anders zu gehen. Sein Blick war besorgt. Er wollte mich wegdrücken, ansehen, aber je stärker er druck auf meine Schultern ausübte, desto fester wurde mein Griff an seinem Rücken. Ich schien den Boden unter meinen Füßen zu verlieren. Zitterte. Tränen rannen mir unkontrolliert über das Gesicht. Bill flüsterte meinen Namen, immer und immer wieder. Ich war nicht fähig zu antworten, stattdessen flog mein Blick zwischen den Bäumen hin und her, suchte den Grund für dieses Gefühl, aber da war nichts. Nichts, niemand. Nur Bill und ich. Ein letztes mal hob ich den Blick, sah in die wunderschönen braunen Augen von Bill. Alles drehte sich. Ich schien zu fallen, immer tiefer.
* Ja Bill. Ich liebe dich,* und mit diesen Worten kam der Aufprall. Ich sank in mir zusammen, gestützt von Bill, welcher mich unter den Armen gegriffen hatte und vor möglichen Verletzungen beim Sturz schützte. Ich sah Mimi. Sah wie sie schrie. Sah wie sie in sich zusammenbrach. Sah den Krankenwagen, sah den Notarzt.. Und wie er den Kopf schüttelte.
* Kim, bitte mach keinen scheiß jetzt. Hey,* eine warme Hand strich mir über die Wange und als ich die Augen öffnete, blickte ich in Bills Gesicht.
* Was ist denn los kleiner Stern? Was ist passiert?* hauchte er und stützte mich, während ich versuchte mich grade hin zu setzen.
* Ich… ich weiß nicht… ich… Mira… sie-* ich erstarrte. Erneut durchfuhr mich dieser Schmerz und ich begann zu zittern. Bill griff nach meinem Handy, welches unaufhörlich piepte.
* Ja?* Einen Moment stille. Ich hatte den Kopf gedreht, beobachtete blinzelnd, wie Bills Stirn sich in falten legte. Er sah mich an, zwang sich ein lächeln ins Gesicht.
* Ich sag ihr bescheid,* damit legte er auf, gab mir dass Handy, stand auf und reichte mir seine Hand. * Komm mal her,* hauchte er und nahm mich in den Arm, sobald ich wieder auf eigenen Füßen stand.
* Kim, dass war deine Mama,* sein Blick war starr, ließ nicht zu dass ich mich abwendete.
* Kim, Mira liegt im Krankenhaus… es… es ist nicht sicher ob sie den tag überlebt-* Bill drückte mich an sich, verhinderte somit dass ich erneut auf den Boden sank Ich schloss die Augen. Warme Hände drückten mich an Bills Körper. Warme Arme umschlangen meinen Körper und gaben mir halt. Eine ruhige Stimme hauchte mir beruhigende Worte ins Ohr. Ich verstand sie nicht. Aber ich wusste, dass jemand für mich da war, dass mir jemand den Halt geben konnte, nach dem ich so lang gesucht hatte. Ich hatte eine große Liebe gewonnen… und eine große Freundschaft vielleicht für immer verloren.
 
 
Kapitel 29
Wir standen in der Eingangshalle. Den Nachhauseweg über hatte ich geschwiegen. Ich handelte Mechanisch, ohne Gefühl. Da war keine Trauer für Mimi. Da war keine Träne… da war keine Angst vor dem, was vielleicht passieren könnte. Da war keine Hoffnung dass sie es schaffen würde. Nichts.
Bill, der lauthals nach seinem Bruder verlangt hatte, stand jetzt mit genau diesem, am anderes Ende des Raumes, warf mir immer wieder hektische und besorgte Blicke zu. Dann stürmte er die Treppe hoch und verschwand. Ließ mich zurück. Und erneut verlor ich den halt. Landete in Toms tragenden Armen. Spürte wie er mich die Treppe hoch trug, ins Wohnzimmer auf die Couch legte. Hörte wie Gustav und Georg leise tuschelten. Aber ich nahm es alles nicht wahr. Tom deckte mich zu, strich mir sanft über die Hand und setzte sich auf einen Stuhl, neben das Sofa. Ich schloss die Augen und schon bald schlief ich tief und fest.
 
Bills Sicht:
Ich wusste das Tom dafür Sorgen würde das Kim nicht alleine blieb. Aber ich, ich hatte etwas wichtiges zu erledigen. Ich griff das Telefon, wählte die mir bekannte Nummer und wartete.
* Ja, Bill Kaulitz hier. Ich würde gerne etwas zu dem Fall von Mira Krüna sagen….* der Beamte am anderes Ende suchte in seiner Akte, wurde fündig und seine Monotone Stimme wandelte sich in eine Aufgeregte-, neugierige. Ich erzählte ihm kurz und knapp, was Kim mir und Tom einige Tage zuvor erzählt hatte. Der Mann versprach dem sofort nach zu gehen. Ich würde dafür Sorgen dass diese Mädchen dafür büßen würden. Sie hatten Kim alles genommen. Und ich liebte Kim. Wollte sie nicht leiden sehen. Dabei hätte das hier ein so wundervoller Tag werden können. Bei diesem Gedanken kamen mir die Tränen und mit Kajal verschmiertem Gesicht, machte ich auf den Weg ins Wohnzimmer, in dem Kim auf dem Sofa lag und schlief. Im Traum leise vor sich hin murmelnd. Ich blickte zu Tom, der vor ich wachte und mich besorgt an sah. In der Küche saßen Gustav und Georg. Ich ließ mich auf den freien Stuhl fallen und versuchte den besorgten Blick der Jungs zu ignorieren.
* Was ist passiert Bill?* Gustavs Stimme war leise, ängstlich.
Er wusste wie schnell ich ausrasten konnte. Er wusste wie böse ich werden konnte wenn man mich zum falschen Zeitpunkt ansprach. Aber ich hatte nicht die Kraft ihn an zufauchen. Erzählte ihm und Georg erschöpft was passiert war und ließ mich danach von dem band ältesten in den Arm nehmen. Ja… da sah man mal wieder, was für wunderbare Freunde ich doch hatte.
 
 
Kapitel 30
 
Kims Sicht Als ich erwachte, saß Tom noch immer neben mir. Draußen war es bereits dunkel, ich hatte den kompletten tag verschlafen. Aus der Küche hörte ich leises Wimmern und als ich zu Tom sah erschrak ich. Sein Blick war so ernst, so voller hass und doch so traurig zu gleich, dass ich angst bekam.
* Tom?* hauchte ich, da er mich nicht zu bemerken schien. Tatsächlich, er schrak auf und blickte mich geschockt an.
* Du bist wach,* stellte er dann überflüssiger Weise fest und ich nickte unsicher.
* Was ist los… ich … ich meine… warum… warum guckst du so-* ich sprach nicht weiter, denn über Toms Wange kullerte eine Träne. Nein. Nein, dass konnte nicht sein.
Da saß er, der sonst so freche, taffe Tom… und weinte?
* Es tut mir so leid Kim,* hauchte er und griff meine Hand.
* Mira ist… Mira ist vor 2 std gestorben,* presste er hervor, war darauf vorbereitet dass ich zusammen brechen würde, dass ich weinen oder schreien würde. Aber ich tat es nicht. Ich stand auf, mein Körper schwankte ein wenig. Schritt für Schritt arbeitete ich mich Richtung Küche vor. Und als ich die Tür öffnete,
blickte ich direkt in die geschwollenen Augen von Bill. Dieser sprang bei meinem Anblick sofort auf, lief mir entgegen und schloss mich sanft in seine Arme.
* Schatz,* hauchte er:* Lass uns… magst du vielleicht… wollen wir hoch gehen?* Ich nickte nur stumm, warf Georg und Gustav einen letzten Blick zu, schwankte an Tom vorbei und schleppte mich, gefolgt von Bill die Treppe hoch in mein Zimmer. Dort ließ ich mich schweigend aufs Bett fallen.
* Kim, ich möchte… ich möchte dass du nach Hause gehst. Ich möchte dass du dich von Mimi verabschiedest. Wir verschieben die Aufnahmen… und er hat ja eh schon einiges von dir gehört. Ich möchte dass du nach Hause gehst… und allen Leuten zeigst, dass du ein starkes Mädchen bist ja?* Bill stockte immer wieder und kämpfte scheinbar gegen Tränen.
Warum?
Niemand von den Jungs hatte Mira gekannt. Niemand hatte gewusst was für ein wundervoller Mensch sie gewesen war. Niemand… außer mir. Der Schmerz. Er war da. Mein Leben, alles was ich erlebt hatte, hatte ich mit Mimi geteilt. Alles. Und jetzt war sie weg. Warum? Ich schüttelte den Kopf, hörte Bill nicht mehr, der immer noch sanft und mit Tränen erstickter Stimme auf mich einredete. Wut stieg in mir hoch, ich ballte die Hände zu Fäusten… ich würde sie töten. Diese Mädchen. Dass die drei vom Mädchen Klo genau in dem Moment wegen Mordes fest genommen wurden, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ich erfuhr es als am Abend meine Mutter kam. Sie wollte mich holen.







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