Weißt du, was Liebe ist?
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Kapitel 31

* Pass auf dich auf kleiner Stern. Und denk an dass was ich dir gesagt habe. Ich bin immer für dich da. Ich melde mich bei dir. Sei stark, versprichst du mir dass?* Bill hatte meinen Kopf mit beiden Händen umschlossen und blickte mich mit seinen treuen und ehrlichen Augen an.
Ich nickte schwach, drückte meine Lippen auf die seinen. Wollte ein letztes mal das Glück spüren. Bill lächelte, ich lächelte zurück. Tapfer. Ich hatte einen Grund gefunden zu Leben. Einen Grund, auch ohne Mira weiter zu machen. Einen Grund, gegen die ständigen Schmerzen, gegen die Depressionen anzukämpfen. Ich hatte Bill. Auf dem Rückweg sprach ich kein Wort. Lauschte Stumm dem Gerede meiner Mutter und der Musik, welche in leisen Klängen aus dem Radio dröhnte.
Zurück zu Hause verkroch ich mich in meinem Zimmer, machte meine Anlage an und ließ mich Gedanken verloren auf den Boden sinken.
Die nächsten 3 Tage verbrachte ich mit Nachdenken, schlafen und weinen. Mehr war nicht drin. Ich konnte nicht essen, konnte mich auf nichts konzentrieren und alle paar Minuten kamen mir die Tränen. Ich konnte an nichts anderes mehr denken als an Mira… und wenn ich dann mal ein paar Minuten nicht an sie dachte, dachte ich an Bill. Er war so süß gewesen. So lieb.
* Kim, Jutta hat angerufen,* meine Mutter riss mich aus meinen Gedanken. Jutta, Miras Mutter. Ich sah sie fragend an. * Morgen… morgen ist Miras Beerdigung, du kannst auch hin gehen. Jutta würde sich sehr freuen wenn du hin gehst,* sie stockte ab und zu, wusste wie nah mir dieses Thema ging. Ich nickte, ließ meine Mutter zurück in der Küche und stapfte die Treppe hinauf in mein Zimmer. Legte mich schlafen. Wollte den Gedanken ausweichen. Den Fragen, welche in meinem Kopf umher spukten. Dann, am nächsten Morgen musste alles schnell gehen. Nachdem ich geduscht hatte, schlüpfte ich in meine schwarze Röhrenjeans, in ein schwarzes T-Shirt, toupierte mir die Haare, schminkte mich, aß, gezwungen von meiner Mutter ein Toast, und schon war ich auf dem Weg Richtung Friedhof.
Dort wo auch meine Schwester beerdigt war, sollte ich nun auch meine beste Freundin verabschieden.

Kapitel 32
Ich stand vor der kleinen Kappelle. Abseits Miras Familie. Blickte stumm auf den Boden und versuchte Krampfhaft, mir die Tränen zu unterdrücken. Ich zitterte am ganzen Körper und allein dass ich nicht auf dem Boden zusammenbrach kostete mich unglaublich viel kraft. Ich hatte Mira verloren. Ich hatte sie gehen lassen.
War nicht da gewesen. Hatte mich nicht mal von ihr verabschieden können. Ich war Schuld dass sie gestorben war… und so plötzlich wie diese Einsicht kam, kamen auch die Tränen die sich, mit meinem schwarzen Kajal vermischt, ihren Weg auf den Boden suchten.
Sie brannten auf meiner Haut, taten weh und ließen sich nicht stoppen. Nein, es wurden immer mehr. Mein Blick verschleierte sich, ich schmeckte den Salzigen Geschmack der Tränen auf meinen Lippen. Die Trauergemeinde, gefolgt von mir, lief, meist in zweier oder dreier Reihen hinter dem schwarzen Holzsarg her. Vorbei an Bäumen und Blumen. Vorbei an alten und frischen Gräbern.
Irgendwann waren wir angekommen. Mira wurde in ihrem Sarg unter die Erde befördert. Mit ihrem Sarg, ging auch eine Welt für mich unter. Ich hatte niemanden. Niemanden.
Mein Atem ging schwer, meine Brust hob und senkte sich in einem unnormal langsamen Tempo.
Ich hatte meine Hände zu Fäusten geballt, meine Fingernägel bohrten sich in meine Handflächen, es tat weh. Doch nichts schien den Schmerz in meinem Herzen übertrumpfen zu können. Nichts schien Miras Tod in irgendeiner Form wieder gut machen zu können. Niemand konnte sie ersetzen. Kein Bill, kein Tom und keine noch so große Erlösung konnte mir die Tränen nehmen die nun unaufhaltsam über meine Wangen kullerten. Ich blickte gen Himmel.
* Wieso? WAS VERDAMMTE SCHEIßE HABE ICH DIR GETAN???* Ich sank auf die Knie, überkreuzte meine Arme vor der Brust und krümmte mich vor schmerz. Körperlicher Schmerz? Nein. Seelischer.
Ich weinte, schluchzte laut auf, schrie vor schmerz. Wieso trat mein Leben mir immer und immer wieder so in den Arsch. Wieso gab man mir nie die Chance glücklich zu sein?
* Kim steh auf,* eine mir unbekannte Stimme. Ich konnte mich nicht bewegen. Hatte nicht mehr die Kraft auf zustehen. Wollte liegen bleiben. Sterben. Zu Mira. Oder zu Bill. In seinen Armen liegen. Seine weichen Lippen berühren. Aber ich konnte nicht.
* Ich will nach Hause,* presste ich unter Tränen heraus. Meine Hände, die immer noch zu Fäusten geballt waren, fingen an zu bluten. Und immer tiefer drückte ich meine Fingernägel in mein Fleisch. Spürte keinen Schmerz.
* Steh auf Kim,* wieder diese unbekannte Stimme. Diesmal härter, bestimmender. Ich wollte nicht. Rührte mich nicht. Schüttelte nur stumm den Kopf. Versuchte das geschehene einfach zu vergessen. Nicht daran zu denken wie beschissen es mir doch eigentlich ging. Alles tat weh. Jeder Gedanke schien mich zu zerfressen. Jeder Atemzug brannte in meiner Lunge. Ich spürte wie eine warme Hand sich auf die meine legte, sie aus ihrer verkrampften Haltung löste, spürte wie mir jemand über den Rücken strich. Vielleicht in der Hoffnung mir den Schmerz nehmen zu können.
* Kim, David hat recht, du solltest aufstehen, komm, wir bringen dich nach Hause.* Und da war es wieder. Dieses unbeschreibliche Gefühl. Und ich wusste, dass ich mich fallen lassen konnte.
Ich wusste da war jemand der mich halten konnte. Und so vergrub ich meinen Kopf in Bills Halsgrube. Müde vom weinen saß ich da. Spürte das warme Blut in meinen Händen, Bills warmen Atem an meinem Hals. Spürte seinen Herzschlag an meiner Brust. Beruhigend….
// Der schwarzhaarige Junge wechselt nervöse Blicke mit seinem Manager. Seine Freundin blutet. Warmes rotes Blut in ihren Händeflächen. Der schwarzhaarige wusste, wie schwer es für sie werden würde, wusste, dass er für sie da sein musste. Und er würde für sie da sein, egal was kommen mochte. Nichts konnte die Liebe zu dem blonden Mädchen mehr aufhalten. Und die blonde wusste, sie konnte sich fallen lassen, wusste da war jemand, der sie auffing, falls sie erneut fallen sollte. //

Kapitel 33

*Sssssscht,* nuschelte Bill während er mir immer wieder beruhigend über den Rücken strich. Ich hörte wie die anderen Trauergäste sich von David verabschiedeten, wie sie an mir und Bill vorbei liefen, hörte immer noch Bills ruhigen Atem und tief in mir, hörte ich noch immer Miras Stimme. Sah ihr lachen, roch sie. Und doch wusste ich, dass es nie wieder so sein würde, dass sie lachte, dass ich sie in den Arm nehmen konnte. Ich schluchzte auf, ohne dass ich es wollte musste ich erneut weinen.
*Waiting for your call, I'm sick, call
I'm angry call
I'm desperate for your voice Listening to the song we used to sing
In the car, do you remember Butterfly,
Early Summer It's playing on repead,
Just like when we would meet
Like when we would meet
Cause I was born to tell you I love you
and I am torn to do what I have to,
to make you mine
Stay with me tonight,* irritiert blickte ich auf. Bill hatte aufgehört zu singen und blickte mich mit einem so ehrlichen Blick an, dass ich unwillkürlich lächeln musste.
* Komm Mäuschen, du blutest, außerdem ist mir kalt,* quengelte Bill, umschlang mich mit seinen langen Armen und hob mich hoch. Ich hatte meine Arme um seinen Hals gelegt und drückte meine Lippen jetzt ganz Sachte auf seine. Ich schloss die Augen und kurz darauf spürte ich auch schon Bills Zunge, die sich ohne Vorwarnung ihren Weg in meinen Mund gesucht hatte. Sanft drückte sie jetzt meine Zunge hinunter, strich sanft darüber und ich spürte Bills kühlen pircing, der mich immer wieder aufschrecken ließ wenn er über meine Zunge glitt. Während wir uns küssten trug Bill mich zum Van, in welchen er mich dann verfrachtete.
* So, da wären wir,* schnaubte er, ein bisschen aus der Puste, als wir es uns auf der Rückbank bequem gemacht hatten. Ich lag mit meinem Kopf auf seiner Brust, er hatte sich an die Fensterscheibe gelehnt.
* Wir bringen dich jetzt nach Hause und dann guck ich mir dass da,* er wies auf meine Hände,* mal genauer an,* und mit einem strengen Ton fügte er, ehe ich etwas erwidern konnte hinzu:* Keine Widerrede.*
* Wieso bist du hier?* Fragte ich dann irgendwann in die stille hinein.
Bill lachte auf und fuhr mir mit seinem Zeigefinger durchs Haar. * Weil ich wusste dass du nicht allein sein willst,* nachdem er dass gesagt hatte, beugte er sich erneut zu mir runter und erneut verfielen wir in einen wunderschönen Kuss.
* Wir sind da ihr zwei, ab in Kims Zimmer mit euch, dass kann man sich ja nicht ansehen,* schmunzelte David, kassierte einen vernichtenden Blick von Bill. Ich schloss die Haustür auf, und schon stand meine Mutter vor ihr. Ihr erster Blick viel auf mich und Bill. Auf unsere Hände, die trotz meiner kleinen Verletzungen ineinander verhakt waren.
* Was-?* David trat neben mich, reichte meiner Mutter die Hand und schleppte sie ohne weitere Kommentare in die Küche. Ich zeigte Bill mein Zimmer, zeigte ihm Pias Zimmer. Ich stand mit dem Rücken zu Bill, hatte die Arme vor der Brust verkreuzt und starrte durch mein Zimmerfenster hinaus auf den Waldrand. Erinnerte mich zurück an Benni, an die alte Zeit. Ob mich diese Erinnerungen jemals loslassen würden? Mit den Gedanken wieder bei Mira, kamen mir erneut die Tränen. Wann würde mich dass alles endlich in ruhe lassen? Wann würde ich wieder Leben können ohne alle paar Minuten weinen zu müssen weil ich wieder einen Menschen verloren hatte?
* Ich bin da. Immer, egal wann du kannst mich anrufen und ein paar Stunden später bin ich da, pass auf dich auf. Ich lass dich nicht allein kleiner Stern,* Bills Hände fuhren meinen Hals entlang und kurze Zeit später spürte ich Bills Lippen an meiner Schulter.
* Ich liebe dich,* ich riss die Augen auf. Hatte ich das grade wirklich gesagt? Freiwillig? Ungezwungen? Nicht nur als antwort, sondern… einfach so?

Kapitel 34
Bill schmunzelte, sagte aber nichts mehr. Stattdessen umfasste er meine Hüften und stellte sich direkt hinter mich. Zusammen standen wir da und blickten hinaus. Obwohl es ganz still war, war es für mich eine wunderschöne Situation. Ich fühlte mich wohl und wusste, dass es Bill genauso ging.
* Du?* er tippte mit seinem Zeigefinger auf mein Beckenknochen und ich kicherte. Natürlich war ich total kitzelig. Bill schien das zu bemerken und piekte jetzt schon etwas fester zu. Ich wand mich unter seinen Armen hindurch, doch er ließ mich nicht los und so landeten wir irgendwann auf dem Bett, Bill über mir, immer noch wild auf meinen Bauch einstechend.
* Bill, Bill nein. Aaaaah Bill hör… lass mich…. Bill,* quietschte ich und vergaß für einen Moment, all meine Sorgen.
* Was soll ich?* fragte Bill unwissend und hielt meine Arme über meinem Kopf fest, sodass er freien zugriff auf meinen Oberkörper hatte. Immer wenn seine Finger in meinen Bauch pieksten lachte ich erneut auf.
* Hör… lass… bitte… Bill.. Nicht ich… Bill hör auf,* und tatsächlich nach einer geschätzten Ewigkeit ließ Bill von mir ab, drückte mir einen Kuss auf die Nase und ließ sich neben mich fallen.
* Du, was ich eigentlich sagen wollte,* Bill stoppte kurz, sah mich grinsend an und fuhr dann fort:* Wir sind noch zwei Tage hier in der Stadt, ich dachte du hast vielleicht Lust mit ins Hotel zu kommen?* Er grinste immer noch.
* Was muss ich denn alles mitnehmen?* Als ich knapp 10 Minuten später vor meinem Kleiderschrank stand hatte ich keine Ahnung was ich anziehen sollte.
* Gar nichts, wir gehen nämlich gleich shoppen,* bestimmte Bill, in mir machte sich ein ungutes Gefühl breit.
* Bill ich, ich weiß nicht ob dass… ob dass so eine gute Idee ist. Weil… wegen den Fans und… ich will nicht so gerne… also weißt du ich…,* ich kam ins stottern. Wusste nicht wie ich ihm erklären sollte dass ich einfach Angst hatte.
* Wir könnten doch,* ich unterbrach ihn:* Nein Bill! Ich will nicht. Noch nicht. Bitte,* meine Augen füllten sich schon wieder mit Tränen doch ehe ich zum Weinen kam landete ich in Bills Armen.
* Ist okay Schatz. Wir packen dir jetzt ein paar schöne Sachen ein und dann machen wir uns nen schönen Tag, im Hotel,* versuchte er mich zu beruhigen. Er war ja schon süß. So rücksichtsvoll.
Und doch bekam ich ein schlechtes Gewissen, wusste aber nicht warum. Hatte ich denn was falsch gemacht? War es falsch, dass ich nicht in die Öffentlichkeit wollte. Nach allem was mit Mira passiert war?

Kapitel 35

* Hey,* Bill rüttelte leicht an meinen Schultern um mich so zurück in die Realität zu holen.
* Ist gut kleiner Stern. Ist nicht schlimm,* lächelte er. Ein ehrliches lächeln. Und so war ich schon knapp zwanzig Minuten später fertig mit packen und schlenderte, gefolgt von Bill, welcher meine Tasche trug, die Treppe hinunter. In der Küche saß meine Mutter immer noch zusammen mit David, wild gestikulierend und lachend. So hatte ich sie schon lange nicht mehr gesehen. Immer war da streit gewesen. Trauer und Tränen. Sie hatte immer nur gelacht um mir zu zeigen dass es ihr gut ging, dabei hatte ich immer gewusst wie sehr es sie quälte wenn mein Vater Tag für Tag bei seiner neuen Freundin saß. Augenblicklich musste ich daran denken wo er jetzt wohl war. Wie es ihm wohl ging.
* Kim, ich rede mit dir,* wieder war Bill derjenige der mich aus meinen Gedanken riss.
* Ehm was?*
* Ja ob du jetzt kommst, oder ob du lieber noch ein bisschen eure Küchenfließen angucken wolltest,* murmelte er, während er mich misstrauisch musterte.
* Du sollst nicht so viel über sie Nachdenken,* fügte er hinzu. So leise, dass nur ich es hören konnte.
* Ich hab nicht an Mimi gedacht,* schüttelte ich den Kopf, Bill nickte nur.
* Ja dann, auf ein baldiges Wiedersehen,* meine Mutter schüttelte David die Hand, für meinen Geschmack viel zu lange, klopfte Bill auf die Schulter und drückte mir einen Kuss auf die Wange.
* Mach keinen Blödsinn und sei artig,* lächelte sie, in strengem Ton. Ich nickte, griff Bills Hand und lief hinter David her zum Van, mit welchem wir dann zum Hotel fuhren. Ich warf immer wieder verstohlene Blicke zu Bill, doch immer wenn er den Kopf in meine Richtung drehte, sah ich weg. Daraus entwickelte sich ein richtiges Spielchen, bis Bills Blick dann irgendwann dauerhaft auf mir klebte.
Obwohl meine Gedanken immer und immer wieder zu Mimi schweiften, konnte ich in Bills Gegenwart vergessen. Schmerz und Trauer waren einfach wie weggeblasen wenn ich seine ruhige Stimme hörte. Ich wusste dass ich nicht ewig traurig sein konnte. Ich wollte um Mira trauern, natürlich. Aber in erster Linie wollte ich einfach mein leben wieder in den griff bekommen. Und Bill, schien mir dafür eine große Hilfe.
* Sag mal langweilt dich meine Anwesenheit so sehr dass du ständig Träumst?* Erschrocken fuhr ich herum, blickte zu Bill, welcher mich mit großen Augen und vorgeschobener Unterlippe anblickte. Völlig verwirrt schüttelte ich den Kopf und Bill brach in schallendes Gelächter aus. Er strich mir durch die Haare, nuschelte irgendetwas unverständliches vor sich hin und blickte lächelnd aus dem Fenster.
* Tut mir leid,* hauchte ich, doch Bill schüttelte nur lächelnd den Kopf.
* Kein Thema, die frage war nicht ernst gemeint schatz,* während er das sagte, näherte er sich meinem Gesicht, seine Augen fixierten meine Lippen und schon wenige Sekunden später berührten sich unsere Lippen. Nur für einen kurzen Augenblick, aber es fühlte sich toll an, löste ein unglaubliches Gefühl in mir aus.
* Und jetzt tu mir den Gefallen und denk nicht so viel an sie ja? Ich weiß wie schwer das ist, aber du bist doch so ein starkes Mädchen mh?* Bill hob mein Kinn an und zwang mich so dazu in an zusehen. Ich nickte nur schwach. Wollte einfach nicht mit Bill darüber reden.

Kapitel 36

Davids gutgelaunt wirkende Stimme unterbrach die Stille, die während der Fahrt zwischen Bill und mir herrschte.
* Wir sind da, alle man aussteigen.* Ich warf einen flüchtigen Blick nach draußen um zu meinem Glück fest zustellen dass wir am Hintereingang geparkt hatten. Ich warf David einen dankenden Blick zu und stolperte Bill hinterher, welcher mich an die Hand genommen hatte und jetzt ins Hotel zog. Es ging in den 13. Stock, was meiner Meinung nach viel zu hoch war.
Bill trug immer noch meine Tasche und grinste mich von der Seite her leicht an. Gekonnt wich ich seinem Blick aus, starrte auf die Leuchttafel, welche jetzt den 7 Stock anzeigte. David, der vor Bill und mir stand, wippte von einem Fuß auf den anderen und machte mich so mit noch nervöser als ich eh schon war. Ich hasste Aufzüge und die Zeit, die wir nun in diesem schon verbracht hatten kam mir endlos lang vor. Und so tat ich es David nach und fing an, nervös von einem Fuß auf den anderen zu treten bis mit einem lauten ‚Bling‘ die Tür aufging und wir in einen hell Beleuchteten Flur traten. Bill schloss seine Zimmertür auf und ich erschrak. Ich stand in einer riesen großen Suite und konnte direkt durch ein riesen großes Fenster über unser kleines Dorf gucken. Das Zimmer war in einem warmen gelb Ton gestrichen, in der Ecke vor dem Fenster stand eine rote Couch, ein kleiner Tisch und ein Regal, auf dem unter anderem ein riesen großer Fernseher stand. Bill schob mich sanft in den Raum und schloss hinter uns die Tür.
* Ja, hier wohne ich. Ist nicht groß, aber reicht für ein paar tage,* hörte ich ihn nuscheln, während er durch eine weitere Tür, die ins Schlafzimmer führte, verschwand.
* Nicht GROß? Das Zimmer ist der Hammer,* gluckste ich, während ich Bill hinter her ins Schlafzimmer tapste. Der junge Mann hatte es sich auf seinem riesen großen Bett bequem gemacht und klopfte jetzt neben sich. Auch in diesem Zimmer stand ein Fernseher, auf dem Schreibtisch stand Bills Laptop und auf seinem Nachtschränkchen lag ein College Block mit Füller. Ich ließ mich, immer noch im Raum umsehend, neben Bill fallen und wollte eigentlich noch ein bisschen weiter gucken, doch dazu kam ich nicht, denn er, Bill, wollte anscheinend etwas anderes und so zog er mich an sich, kuschelte sich von hinten an mich und schlang seinen Arm um meine Hüfte.
* Du denkst oft an ihn oder? An… an Benni?* Unterbrach Bill irgendwann die stille. Ich hörte die Angst deutlich aus diesem Satz heraus. Was sollte ich sagen? Lügen und sagen ich hätte Benni so gut wie vergessen, oder die Wahrheit sagen und Bill erzählen wie sehr ich jeden Tag litt? Ich nickte zögernd, drehte mich um und blickte in Bills besorgtes Gesicht.
* Ich, ich weiß nicht wie es ist, Menschen zu verlieren, aber… ich stell es mir schrecklich vor,* hauchte er, ehe er anfing, sanfte Küsse auf meine Unterlippe zu hauchen.
* Ruh dich aus süße, der Tag war anstrengend genug glaube ich,* hauchte er zwischen den Küssen… und kurze Zeit später war ich in seinen Armen eingeschlafen.

Kapitel 37

Als ich aufwachte war Bill nicht mehr da. Ich huschte ins Bad, richtete meine schminke wieder her und öffnete die Tür, schaute hinaus auf den hellen Flur. Im selben Moment öffnete sich die Tür gegenüber und Gustav trat mir entgegen.
* Hi Kim,* er lächelte freundlich und kam auf mich zu.
* Wo ist Bill?* hauchte ich, nachdem wir uns flüchtig umarmt hatten. Gustav zeigte auf die Nachbarstür:* Bei Tom,* fügte er hinzu als ich ihn fragend an sah.
* Ich komm mit, warte,* er lief zurück in sein Zimmer, kam aber knapp 2 Minuten später wieder und klopfte an Toms Tür. Diese wurde aufgerissen und ich vernahm deutlich die Stimmen von Bill und Georg. Auch Tom und Georg wurden von mir umarmt, ehe ich mich neben Bill aufs Sofa fallen ließ. Er drückte die Zigarette, welche er eben noch in der Hand gehalten hatte aus, und zog mich an meinen Hüften auf seinen Schoß.
* Soso, und du bleibst bis Morgen Abend?* unterbrach Georg irgendwann die Stille und ich wurde, mal wieder, aus meinen Gedanken geschreckt. * Ehm… ja ich schlaf bei Bill,* nuschelte ich unnötiger weise und deutete auf den hinter mir sitzenden.
* Seit ihr jetzt eigentlich so richtig zusammen?* fragte Georg weiter, schien nicht zu merken wie unangenehm mir das war. Ich nickte. Bill und ich hatten noch nicht darüber geredet. Aber ich liebte ihn, trotz allem was passiert war. Und da war ich mir ganz sicher. Mein nicken wurde immer deutlicher und überzeugender, und ehe ich es mich versah, hatte Bill mich in ein wunderschönes Zungenspiel verwickelt. Dass die drei anderen dabei zusahen, störte mich in dem Moment nicht. Ich hatte die Augen geschlossen und es schien nur uns beide zu geben.
* Ich liebe dich,* hauchte Bill nachdem er den Kuss beendet hatte und ich lehnte mich seufzend an seine Brust. Das Tom die ganze Zeit zu mir rüberschielte versuchte ich so gut es ging zu ignorieren, bis:* Und… wie geht’s dir jetzt?* In seiner Stimme lag Neugier, unverkennbar, aber auch ein bisschen Mitleid wie mir schien. Ich nickte zögernd:* Es… es geht… ja… es ist… schon in Ordnung,* ich blickte auf den Boden, konnte aber aus den Augenwinkeln sehen wie Bill seinen Bruder einen Blick zu warf, der Tom hätte töten können. So scharf, so böse. Doch Tom zuckte nur die Schultern und wandte sich wieder dem laufenden Fernseher zu.
* Was habt ihr beide heute noch vor?* Fragte Georg irgendwann in die Runde und ich blickte meinen Freund… ja meinen offiziellen Freund fragend an. Bill jedoch zuckte nur desinteressiert die Schultern und spielte belustigt mit seinem Zungenpircing.
* Ich hätte bock mal wieder so einen richtig chilligen DvD Abend zu machen,* Georg blickte von Tom zu Bill und von dem zu Gustav. Gustav und Tom nickten zustimmend, Bill blickte mich fragend an. Ich nickte. Bevor wir uns langweilten. Und ein ‘chilliger DvD Abend’ konnte ja auch ganz witzig sein.
* Okay, ich hol die Dvd’s ausm Tourbus, Georg besorgt was zum futtern, Gustav holt was zu trinken und ihr, ihr… geht rüber und amüsiert euch. Wir treffen uns um 20 Uhr wieder hier,* kommandierte Tom in gespielt ernstem Tonfall und Gustav und Georg machten sich auf den Weg in die Lobby, während Bill und ich uns in sein Zimmer verkrochen.
* Und jetzt?* fragte er, während ich mich zurück in sein, immer noch warmes, bett verkroch. Ich gab ihm keine Antwort und so krabbelte er neben mich, blickte mich mit vorgeschobener Unterlippe an und klimperte mit seinen langen schwarzen Wimpern.

Kapitel 38

* Mh, ich weiß nicht. Ich könnte vielleicht Duschen gehen. Oder ich schlaf noch ne Runde. Ja, ich glaube… ich glaube ich schlaf noch ne Runde.* Während ich sprach warf ich immer wieder verstohlene Blicke zu Bill, dessen Gesichtsausdruck von bettelnd, zu fassungslos gewechselt war. Verwirrt und Nachdenklich schaute er mich an.
* Ich wollte eigentlich-* fing er an, brach aber ab als ich in lautes Gelächter ausbrach.
* Ja,* nickte ich, während ich mir den Bauch hielt vor lachen. Ich wusste was Bill wollte. Aber ich ließ ihm doch nicht alles durchgehen. Er sollte wissen dass er von mir nicht sofort alles bekam was er haben wollte. Das würde nur Unglück bringen oder Bill würde irgendwann anfangen es aus zunutzen. Ich war so in meine Spekulierungen vertieft, das ich nicht bemerkte, dass ich schon lange nicht mehr lachte, sondern stumm vor mich hin starrte. Auch Bill schien dass bemerkt zu haben, denn er beobachtete mich mit zusammen gekniffenen Augen.
* Also?* fragte er und schon erneut die Unterlippe ein stück vor.
* Es geht nicht,* nuschelte ich vor mich hin, nachdem ich Krampfhaft versucht hatte seinem Blick aus zu weichen und seinem bettelnden Blick zu widerstehen. Vergebens. Also presste ich meine Lippen kurz auf die seinen. Ich hatte vor, mich wieder von Bill zu lösen, auch vergebens, denn dieser hatte seine Hände in meinen Nacken gelegt und drückte meine Lippen auf seine. Sanft, aber bestimmt. Und so ließ ich es geschehen, dachte nicht nach. Schloss die Augen und spürte schon kurz darauf seine warme Zunge um die meine Kreisen. Er war ja schon süß… ich grinste in den Kuss hinein, ließ meine Zunge ein letztes mal Bills Zungenpircing berühren und löste mich dann von ihm, dem, der mich nur angrinste. Der Abend ging recht schnell um und so saßen wir schon knapp 2 Stunden später auf Toms Sofa und warteten dass der erste Film, ein Horrorfilm, anfing. Ich hasste Horrorfilme und so hatte ich mich schon nach der ersten Szene in Bills Oberarm gekrallt. Bill sagte nichts, zog aber immer wieder scharf Luft ein, wenn ich meine Fingernägel in sein schwarzes T-shirt bohrte. Ich hatte Angst bei solchen Filmen, und dass ließ ich die Jungs spüren, in dem ich immer wieder auf kreischte, mich in Bills Arm krallte oder mir die Augen zu hielt. Und dass, ganze zwei stunden lang. Den zweiten Film durfte ich wählen, ich nahm Titanic, eine unglaublich traurige Liebesschnulze.
Ich konnte den Film mittlerweile schon auswendig. Früher hatte ich ihn immer zusammen mit meiner Schwester und Mira gesehen. Mit den beiden Menschen, die ich nie wieder sehen würde. Die ich ewig vermissen würde, die nie wieder für mich da sein würden. Und so kullerten die ersten Tränen. Am Ende des Films saß ich auf Bills Schoß und drückte meinen Kopf in seine Halsgrube. Ich weinte nicht, ich genoss einfach nur Bills Anwesenheit. Die wärme seinen Körpers.
Ich spürte, wie er sanft die Arme um mich legte, sich erhob, irgendetwas zu den Jungs sagte und mit mir im Arm das Zimmer verließ. Kurz darauf wurde ich in ein weiches Bett gelegt. Ich hielt die Augen geschlossen. Genoss es, wie Bill mir über die Wange strich, durch die Haare fuhr.
* Ich liebe dich kleiner Stern. Und irgendwann, dann wird alles wieder gut,* hauchte Bill mit so viel wärme, so viel Geborgenheit in der Stimme, dass eine letzte Träne unter meinen geschlossenen Augen hervor trat und sich ihren Weg auf den weißen Bettbezug suchte. Was danach geschah? Ich wusste es nicht, ich war eingeschlafen. Weit weg… in einer anderen Welt.
// Bill lag neben seiner Freundin, ihre blasse Haut, schimmerte im Mondlicht. Die Tränen, welche eine schwarze Spur auf ihrem Gesicht hinterlassen hatten, waren getrocknet. Bill strich ihr eine Strähne der Engelsblonden Haare aus dem Gesicht. Sie war ein Engel, da war er sich sicher. Wie sie da lag, leise und gleichmäßig Atmend. Ihre Lippen leicht geöffnet murmelte sie immer wieder den Namen ihrer besten Freundin. Bill wusste, es würde viel geduld, Arbeit und vor allem Zeit kosten, seinen ’kleinen Stern’ wieder glücklich zu machen. Doch dass alles, war sie ihm Wert. Denn er liebte sie, dass wusste er, auch ohne sie lange Zeit zu kennen. //

Kapitel 39

// Kim schüttelte den Kopf. Immer heftiger zitternd. Sie hatte die Kontrolle über ihren Körper verloren. Immer wieder schrie Mimi. Immer wieder musste Kim mit ansehen wie die scharfe Klinge des Messers sich in Mimis Haut bohrte. Während Mira vor schmerzen schrie, stachen die drei Mädchen immer und immer wieder auf sie ein.
* Nein!* hauchte Kim kraftlos, konnte sich nicht bewegen, wollte ihrer besten Freundin zu Hilfe eilen, konnte nicht.
* Ich hasse dich! Du bist schuld,* Mimis Augen funkelten ein letztes mal in Kims Richtung, ehe sie zu Boden ging, reglos liegen blieb. Kim schreckte hoch. Sie saß Kerzen grade in dem Bett ihres Freundes, lag in Bills Armen und schluchzte hemmungslos. Bill schwieg betreten, drückte sie stumm an sich.

Bills Sicht:

Ich schlug die Augen auf. Kim lag neben mir, Tränenüberströmt schrie sie völlig zusammenhangslose Wörter. Ohne darüber nach zu denken packte ich sie, zog sie hoch und drückte sie an mich. Wiegte sie leicht hin und her. Ich wollte nicht dass sie weinte. Sie hatte aufgehört zu schreien, zitterte nur, presste sich an mich. Ich beugte mich zu ihrem Ohr und fing leise an zu singen. Die Melodie hatte ich schon lange im Kopf gehabt, nur der Text hatte noch gefehlt, doch jetzt, war er da. Und ich wusste, er würde mit auf das neue Album kommen. *
Keiner weis wie es dir geht, keiner da der dich versteht, der Tag war dunkel und allein, du schreibst Hilfe mit deinem Blut, obwohl es immer wieder wehtut, du machst die Augen auf und alles bleibt gleich. Ich will nicht stören und ich will auch nicht zu lange bleiben, ich bin nur hier um dir zu sagen:
Ich bin da, wenn du willst,
schau dich um dann siehst du mich.
Ganz egal, wo du bist, wenn du nach mir greifst,
dann halt ich dich.
Dein Leben Sinn entleert,
deine Schatten Tonnen schwer,
und alles was du jetzt brauchst hast du nicht, du suchst den Regenbogen,
er liegt tot vor dir am Boden er hat so lang es ging gestrahlt nur für dich.
Ich will nicht stören und ich will auch nicht zu lange bleiben,
ich bin nur hier um dir zu sagen,
du bist nicht alleine, ich bin an deiner Seite.
Ich bin da, wenn du willst, schau dich um dann siehst du mich. Ganz egal, wo du bist, wenn du nach mir greifst dann halt ich dich.
Wenn du die Welt nicht mehr verstehst,
und jeder Tag im nichts vergeht, wenn sich der Sturm nicht mehr legt, und du die Nacht nicht mehr erträgst.
Ich bin da, wenn du willst ganz egal wo du bist an deiner Seite. Nur eine Weile.
Ich bin da ich bin da wenn du willst,
ich bin da. Ganz egal, wo du bist, ich bin da ,
schau in dich rein dann siehst du mich, ich bin da ,
wenn du nach mir greifst dann halt ich dich, ich bin da wenn du willst.
Ganz egal wo du bist, an deiner Seite, nur eine Weile, du bist nicht alleine.*

Kapitel 40

Kims Sicht

Mit schief gelegtem Kopf sah ich Bill beim schreiben zu. Es war kurz nach 12 Uhr, die Sonne schien hell und trotzdem war es eisig kalt, weswegen ich immer noch im Bett unter meiner Decke lag. Bill saß angezogen und mit Handtuch auf dem Kopf, an seinem Schreibtisch und schrieb den Text auf, welchen er mir gestern gesungen hatte. Ich liebte diesen Song, diesen, bis jetzt noch Namenlosen Song. Er hatte mir gestern Abend kraft gegeben und ich wusste, ohne Bill wäre ich wahrscheinlich nicht mehr hier. Er hatte so viel geduld mit mir, hatte nicht einmal genörgelt als ich geweint hatte. Er war für mich da, tröstete mich, egal in welcher Situation. Und dafür war ich ihm unendlich dankbar. Bill warf mir einen weichen Blick zu, legte den Stift bei Seite und krabbelte zu mir ins Bett, lehnte sich über mich und tat als wolle er mich küssen, doch dann:* Sag mal, hast du auch so einen Hunger?* Entgeistert schaute ich ihn an. Ich wollte meinen Kuss. Sofort!
Beleidigt kreuzte ich die Arme vor der Brust, ohne auf die von Bill gestellte frage ein zugehen.
* Was ist los?* fragte Bill verunsichert und ich hatte alle mühe mir ein kichern zu verkneifen.
* Hab ich jetzt was falsches gemacht?* Ich schürzte die Lippen und drehte meinen Kopf zurück in Bills Richtung. Dieser verstand, lachte kurz auf, kam mir noch ein stück näher und drückte mir seine Lippen auf den Mund.
Ganz zärtlich strich er mir durch die Haare.
* Guten Morgen mein Schatz,* hauchte er,* hast du Lust mit mir frühstücken zu gehen?* So sah die ganze Sache doch schon viel besser aus. Und so stand ich eine halbe stunde später fertig geduscht im Badezimmer als Bill die Tür aufriss und mich mit großen Augen anstarrte. Einzelne Tränen perlten von seinen Lippen ab.








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