Weißt du, was Liebe ist?
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Jubiläum
Jubi Story zum 100. Kapi

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Hilf mir fliegen1. Teil 'Weil du mir ihr Herz hinterlässt'


Kapitel 81

Kims Sicht
Ich blickte mich um, die Augen vor schreck weit geöffnet und trotzdem Blind. Ich sah nichts, alles war verschwommen. Tränen? Ich fuhr mir mit dem Handrücken über die Augen, mein Blick blieb undurchschaubar. Schritte erklangen, ich drehte mich um, konnte jedoch nichts erkennen.
* Kimberly Hansens?* Eine tiefe Stimme, die da mit mir sprach. * Das bin ich,* flüsterte ich eingeschüchtert, die Stimme, so tief, so hart und doch so weich, faszinierte mich.
* Folge mir bitte,* murmelte der Mann, meine Beine fingen an, wie von selber zu laufen.
* Kim, NEIN! Lauf weg, renn so schnell du kannst, es ist noch zu früh, du bist noch nicht bereit,* augenblicklich blieb ich wie angewurzelt stehen. Wer war dass? Auf der einen Seite neugierig wo hin der Mann mich bringen würde, auf der anderen Seite ängstlich, blieb ich stehen.
* Kim, lauf weg, bitte, renn… wird Glücklich und denk immer daran, in deinem Herzen bin ich immer bei dir, auch wenn du mich niemals sehen wirst, Freundschaft kann über den Tod hinaus gehen, jetzt renn.*
Mira! Miras Stimme, von weit entfernt, sie schrie und ich entnahm ihrer Stimme das sie weinte.
* Aber-,* setzte ich an, wurde jedoch unterbrochen:* NEIN Kim, renn, Bill wartet auf dich,* kreischte Mira, ich spürte einen schmerzhaften Stich in der Brust und rannte los. Ich wusste nicht in welche Richtung, wusste nicht wohin, aber ich rannte so schnell meine Beine mich trugen.

Bills Sicht
Der nächste Tag war angebrochen, Es war mittlerweile schon wieder Abend, Tom Lea, Andi, Kims Mum und ich saßen an Kims Bett. Ihr zustand hatte sich nicht verändert, jedoch schlug ihr Herz gleichmäßig, der nervige Piepton war mittlerweile alles, was mich wach hielt. Ich lauschte dem gleichmäßigen Ton genau, achtete auf die kleinste Veränderung, doch es geschah nichts. Bärbel, Kims Mum, und Lea unterhielten sich leise, Tom und Andi ebenfalls und ich saß einfach nur da und hielt Kims Hand, als ich auf einmal einen leichten Druck am handgelenkt verspürte.
Als ich aufblickte, stieß ich einen Spitzen schrei aus. Kims Hand hatte sich um mein Handgelenkt geschlossen, ihr Gesicht war schmerz verzerrt, ihr Mund war leicht geöffnet. Bärbel sprang auf riss die Tür auf und verlangte lautstark nach einem Arzt, Lea hatte die Augen aufgerissen und war zu ihrem Freund geflüchtet und Tom runzelte Nachdenklich die Stirn. Kims Sicht Ich war immer und immer schneller gelaufen, war gefallen und wieder aufgestanden und jetzt, spürte ich, wie mein Blick wieder klar wurde.
Die Schmerzen kehrten zurück in meinen Körper und augenblicklich verkrampfte ich. Leise-, vor Schmerz stöhnend, öffnete ich die Augen und blickte gradewegs in Bills Gesicht. Ich wollte ihm etwas sagen, doch die Worte wollten nicht über meine Lippen. Ich spürte nur seine schmalen Finger, wie sie über meine Wange strichen.
* Kim? Kannst du mich hören, Kim?* Sie Stimme hallte laut an mein Ohr und schien mein Trommelfell zum Platzen zu bringen. Ich konnte nicht antworten, meine Kehle war ausgetrocknet und wie zu geschnürt.
* Kim, wenn du mich hören kannst drück meine Hand,* eine kalte-, fettige Hand griff nach der meinen und ich drückte zu, so stark ich konnte. Kaum spürbar, aber der Arzt wusste, ich konnte ihn hören.
* Okay Kim, du bist hier im Krankenhaus, du bist zusammen geschlagen worden. Wir werden heute Nachmittag ein paar Untersuchen durchführen und überprüfen ob du irgendwelche bleibenden Schäden davon getragen hast,* damit verschwand er wieder. Ich ließ meinen Blick umher schweifen und sah meine Mutter die am Tisch saß und mich beobachtete. Bill hatte wieder meine Hand gegriffen, ich kuschelte mich an ihn, zog seine Hand ganz nah an meinen Körper und schloss die Augen, wollte schlafen.

 

Kapitel 82

Als ich die Augen wieder öffnete, hörte man leises Getuschel. Ich drehte mich auf den Rücken um einen Blick durch den Raum werfen zu können. Meine Mutter war verschwunden, ebenso Andi und Lea. Nur Bill und Tom saßen in einer Sitzecke und unterhielten sich leise. Als sie mich erblickten kamen sie auf mich zu.
* Kleiner Stern,* hauchte Bill.
* Mein Kopf,* ich stöhnte und rieb mir die Augen.
* Ich hab mir solche Sorgen gemacht, ich hab gedacht-,* Bill brach ab als ich mir mit Schmerzverzerrtem Gesicht an die Schläfen fasste.
* Ist okay, ich bin ja wieder da,* nuschelte ich.
* Wo sind…* ich deutete durch den Raum:* Die anderen?* Tom öffnete den Mund, schloss ihn aber sofort wieder, als er Bills vernichtenden Blick sah, ich wurde nervös.
* Wo sind die anderen?*
* Bei der Polizei, weißt du… das da im Hallenbad, also, Andi und Lea machen ne aussage, deine Mum… die, naja die wollte dabei sein, sie will ja wissen, also wie das passiert ist und… ja,* stotterte Tom, ignorierte Bill, der jetzt meine Hand griff.
* Es wird alles wieder gut schatz, alles,* hauchte er. Ich nickte, war in Gedanken im Hallenbad, zurück bei den Mädchen, bei… ich stockte. Hin und her gerissen schloss ich die Augen. Sollte ich sagen was ich gesehen hatte, WEN ich gesehen hatte.. Oder sollte ich nicht? Würden die Jungs mir glauben? Oder würden sie denken ich hätte sie nicht mehr alle? Ich entschied mich vorerst für das Schweigen und öffnete die Augen wieder.
* Wie, wie lang hab ich, also wie lang war ich weg?*
* 24 Stunden ungefähr, du lagst im Koma… die wollen dich gleich durch checken, wegen, naja ob du Schäden davon trägst,* murmelte Tom, er war nervös dass sah man ihm an. Bill schwieg betreten und musterte die weiße Bettdecke. * Bill was ist-?* Tom sprang auf.
* Ich… ich ehm, ich geh mal raus, eine… eeeh eine rauchen,* er fuchtelte mit seinen Händen herum und verschwand. stirnrunzelnd wandte ich mich an Bill, der den Kopf jetzt gehoben hatte und mich Nachdenklich musterte. * Wieso weinst du?* Ich strich ihm über die Wange, einzelne Tränen rannen ihm über die Wangen und er zitterte.
* Es tut mir so Leid Kim, ich… ich wollte das nicht,* er beugte sich vor und stützte seinen Kopf auf meiner Schulter ab. * Ich bin doch schuld, nur weil du mit mir zusammen bist passiert so etwas, ich bin Schuld an Miras Tod und… und daran,* er wieß auf mich und ich riss geschockt die Augen auf. Bill gab sich die Schuld an Miras Tod?
* Bill… Bill nein! Du, du bist nicht schuld, niemand… nur diese, die Mädchen die das alles waren, aber Bill, da stehen wir doch drüber, das… das wird doch wieder… und unsere Beziehung steht da doch drüber oder? Wir… wir lieben uns doch… wir… wir haben doch schon so viel erlebt und ich… ich liebe dich Bill,* kam es aus mir heraus gesprudelt, in einem irren Tempo, völlig Panisch. Bills Gesicht blieb ernst und Tränen tropften von seinem Kinn auf meine Hand, die er vor sich gelegt hatte und sanft streichelte....

* Nicht aufregen meine süße,* flüsterte er irgendwann, nach Minutenlangem schweigen.
* Ich…. Ich würde dich niemals aufgeben, niemals… aber Kim weißt du, ich hab angst um dich. Wenn… wenn du wieder zur Schule gehst… ich weiß doch dass du mit den Leuten nicht klar kommst, ich, ich bin dafür verantwortlich wenn dir so etwas… so was wie hier im Schwimmbad passiert und, ich… ich hab einfach nur Angst.* Ich starrte Bill einen Momentlang traurig an, dann drückte ich seine Hand und zog ihn ein stück zu mir.
* Ich liebe dich, wir schaffen das,* murmelte ich und verschloss seine Lippen mit meinen.
* Entschuldigen sie, ich will nicht stören, aber ich müsste dich Kim jetzt mitnehmen, ein paar Untersuchungen, nur um sicher zugehen dass keine Schäden bleiben,* ein junger Arzt betrat das Zimmer. Ganz glücklich vorerst aus dieser Situation gelöst zu sein nickte ich zum Gruß. Bill und ich waren aus einander geschossen und ich starrte jetzt hinauf zu dem blonden jungen Mann.
Er war nicht älter als 20 Jahre, hatte ein hübsches Gesicht und etwas längere blonde Haare. Augenblicklich musste ich schmunzeln.
* Darf ich mitkommen?* Bill hatte meinen Blick gesehen und seine Augen fixierten den jungen Mann, der nickte und mich dazu aufforderte das Bett zu verlassen. Ich schlug die Bettdecke beiseite und stockte. Ein kalter Windzug durchfuhr meinen Körper, ich fröstelte. Ich warf Bill einen Hilfesuchenden Blick zu, dieser zog kurzerhand seine Jacke aus und reichte sie mir.
* So, ja die Jacke kannst du an behalten wenn es dir zu kalt ist. Dann setz dich mal,* er wieß auf einen Rollstuhl in welchen ich mich fallen ließ. Bill griff wieder meine Hand und zusammen verließen wir mein Zimmer. Auf dem Flur saßen Georg und Gustav, aneinander gelehnt und schliefen. Ich schmunzelte.
* Wie süß,* hauchte ich und Bill piekte mir in den Oberarm. * Ich bin viel süßer,* nörgelte er und ich musste lachen. Es tat weh, auf der einen Seite, doch es befreite mich auch, ich war glücklich, denn ich wusste, Bill war da, zusammen würden wir das schaffen.

// Das rothaarige Mädchen läuft nervös in ihrem Zimmer auf und ab. Was hatte sie getan? Ihre beste Freundin liegt auf dem Bett, grinst.
* Wenn sie stirbt, hast du freie Bahn bei Bill,* maulte sie, genervt von Jills Gerenne.//

Kapitel 83

Ich durfte wieder nach Hause. 6 Tage hatte ich im Krankenhaus verbracht und nun, endlich durfte ich nach Hause, strenge Bettruhe und kein Stress waren Vorschrift. Bill und die Jungs waren wieder unterwegs, die Zimmer 483 Tour war in Planung und grade schaute ich Johannes b. Kerner, schaute in Bills Augen, die mich immer wieder so faszinierten. Wir telefonierten regelmäßig, er machte sich immer noch große Sorgen. Bei der Polizei hatte ich nicht ausgesagt.
Ich fühlte mich schwach und Hilflos und doch war ich mir nicht sicher ob ich das, was ich gesehen hatte erzählten sollte. Vielleicht hatte ich mich geirrt, Jill würde mich hassen, wenn ich solch eine Vermutung aufstellen würde, die vielleicht nicht stimmte… ich konnte es mir nicht vorstellen....
Das leise knarren meiner Zimmertür riss mich aus meinen Gedanken.
* Lea,* hauchte ich. Alle Gedanken waren verflogen und ich fiel Andis Freundin um den Hals.
* Wie geht’s dir?* * Die frage ist wohl ehr wie es dir geht,* murrte Lea und drückte mich zurück ins Bett.
* Kim, hör auf zu Lügen, wir alle wissen dass du mehr weißt. Warum sagst du nicht was du weißt, verdammt KIM, du willst doch, dass solche Leute festgenommen werden oder?* Ich starrte Lea an.
Was redete sie da? War sie hergekommen um mir zu sagen, was ich tun sollte? In der letzten Woche, seit meinem Unfall hatte sie mich jeden Tag besucht, man konnte sagen, sie war eine Freundin, eine wichtige Person, doch immer noch war ich misstrauisch, misstrauisch dass sie genauso war, dass sie genauso reagieren könnte wie Jill, Jill, die mich eiskalt zusammen geschlagen hatte.
* Du hast keine Ahnung.* Meine Stimme klang hol und belegt, und schon bahnten sich die ersten Tränen an. Ich drehte mich um und drückte meinen Kopf ins Kissen.
* Stimmt, wie soll ich denn auch? Du redest ja nicht. Ich hab echt gedacht wir könnten Freunde werden, aber FREUNDE, reden über Probleme.*
* Das hat sie auch gesagt, du siehst doch was draus geworden ist,* ich fing an zu zittern und die Tränen ließen brennende Spuren auf meinem Gesicht. Ich zog mir die Bettdecke bis ans Kinn und schwor mir zu schweigen-, zuviel hatte ich jetzt schon gesagt.
* Wer hat das gesagt?* Leas Stimme war zu entnehmen dass sie nach zudenken schien, ihr Kopf schien schwer zu arbeiten, ihre Stimme war abwesend. Genau wie ich, schien sie angst zu haben, vor dem, was hinter der Prügelei stecken könnte.
* Kim, wer hat das gesagt?* Unsicherheit, angst und eine spur Neugier spiegelten sich in der Stimme der blonden wieder, doch ich schwieg.

// Die braunen Haare verschwinden fast vollständig unter der Bettdecke, zu einer Kugel zusammen gerollt weint die 15 Jährige in ihr Kissen. Lea, sitzt eine Etage tiefer am Küchentisch, Kims Eltern sind nicht zu Hause. Leas Gedanken sind wirr, sie ist abwesend. Mit den Gedanken an einem anderen Ort. Sie geht den Tag des ‚Unfalls‘ noch einmal durch, sucht nach Hinweisen, doch alles scheint nicht zu helfen, sie kann sich an nichts erinnern, nichts auffälliges. Den weiten Weg ist sie hergekommen, von Magdeburg nach Dortmund, nur aus dem Grund um für Kim da zu sein. Andi hatte ihr den Vogel gezeigt, sie würde Kim doch kaum kennen, aber eines verband die Mädchen, beide, hatten niemanden, außer ihren Freund. Lea hatte nur Jill, Jill hatte kaum zeit für sie und so war sie meist allein. Kim hatte auch nur Jill, doch auch bei ihr schien sich die rothaarige nicht sonderlich für die Freundschaft zu interessieren. Lea seufzte. //

 

Kapitel 84

* Kaffee?* Ich hatte Lea einen Momentlang beobachtet, den Kopf in die Hände gestützt hatte sie auf einen Punkt an der Wand gestarrt. Jetzt nickte sie schwach und ich betätigte die Kaffee Maschine, dabei fiel mein Blick auf eine kleine Tasche, die in der Tür stand.
* Wie lange willst du bleiben Lea?* rief ich aus der Küche.
* So lange, bis wir das hier geklärt haben, ich hab ja eh noch Ferien und du darfst nicht zur Schule, also bleib ich so lang wie ich will,* sie grinste, das hörte man.
___

* Kim?* Ich drehte den Kopf. Lea war aufgestanden, rauchen wollte sie, ich hatte keine Lust. Jetzt stand sie vor mir und drückte mir das Telefon in die Hand.
* Hey kleiner Stern,* raunte mir die warme Stimme meines Freundes ins Ohr.
* Bill, wie geht’s dir?* Augenblicklich zauberte es mir ein lächeln ins Gesicht und ein wohliges kribbeln durchzog meinen Körper.
* Ja… ja es geht uns gut, heute ist frei, wie… wie geht’s dir?* Ich nickte und fügte dann lächelnd hinzu:* Ja, mir geht es gut.* LÜGE! Schoss es mir durch den Kopf.
* Lea ist da… wir gucken grade irgend so einen Film,* lenkte ich ab, ich wusste ich konnte schlecht Lügen.
* Aha, schön, wenn es dir gut geht, aber weißt du was Kim? Du solltest langsam mal drüber Nachdenken warum du nicht redest, warum du nicht einfach sagst was du weißt, weißt du, ich hasse Lügen, ich hasse es wenn DU lügst,* und bevor ich etwas erwidern konnte gab das Handy einen gleichmäßigen Piepton von sich. Ich fing an zu weinen, spürte Leas Blicke im Rücken und sackte immer mehr in mich zusammen. Jetzt war Bill auch noch sauer auf mich. Das erste mal in unserer Beziehung war er sauer, das erste mal seit wir uns kannten. Das erste mal, seit 3 Wochen in denen wir schon mehr erlebt hatten, als manch andere Pärchen in ihrem gesamten Leben.
* Er ist auch nur ein Mensch Kim, er hat auch Gefühle und er hat genauso eine Angst vor manchen Fans wie du,* murrte Lea, legte aber trotzdem einen Arm um meine Schulter und zog mich an sich.
* Es tut mir leid, ich kann doch nicht,* schluchzte ich nur und drückte Lea ein stück von mir um ihr ins Gesicht schauen zu können.
* Lass dir Zeit, genau deshalb bin ich hier Kim, wir haben zeit, aber du musst reden… sonst, sonst passiert es vielleicht wieder,* flüsterte sie und drehte den Kopf dann wieder zum Fernseher, als wäre nichts geschehen. Ich verstand ihr verhalten nicht und runzelte nur die Stirn. War Lea nicht auch gut mit Jill befreundet? Was wenn sie mit Jill unter einer Decke steckte und gekommen war um mich erneut-, ich brach ab, denn Lea hatte die Augen aufgerissen und starrte mich an.

Kapitel 85

* Was hast du gesagt?* Ich biss mir auf die Unterlippe, hätte mich innerlich Ohrfeigen können. Hatte ich das laut gesagt?
* Was- hast- du- da- grade- gesagt,* zischte Lea und kam mir immer näher. * Sag mir bitte nicht, das Jill etwas damit zu tun hat Kim, sag mir bitte, dass ich mich grade verhört habe,* ihre Stimme wurde immer lauter und sie war aufgestanden. In voller Größe baute sie sich vor mir auf und stemmte abwartend die Hände in die Hüften. Leas Sicht Ich kochte vor Wut, vor Wut auf mich, auf meine Ignoranz.
Natürlich… ich schlug mir die Hand vor die Stirn und ließ mich zurück auf die Couch fallen.

‚ Bill ist so unglaublich süß, wenn er eine Freundin hätte, ich glaub, boah, ich wüsste nicht was ich mit der machen würde‘

...hallten die Worte in meinem Kopf wieder. Worte, die Jill gesagt hatte, knapp 2 Wochen bevor sie mit Gustav zusammen gekommen war. Ich hatte mir nichts dabei gedacht, hatte Bill nie erzählt was Jill gesagt hatte… etwas, dass ich jetzt bitter bereute, ein Fehler, dessen Konsequenz nicht nur ich zu spüren bekam. Mein Blick fiel auf Kim, die mit leeren Augen vor sich hinstarrte. Als sie meinen Blick spürte, drehte sie sich zu mir und fing an zu reden….
* Ich … hab sie gesehen, mit einem Mädchen… im Kiosk. Sie stand in der Ecke, hat gedacht ich hätte sie nicht gesehen, aber… ich HAB sie gesehen, sie hat sich über mich gebeugt, als ich am Boden lag, ich weiß nicht wieso sie das getan hat,* Kims Stimme wurde brüchig und sie fuhr sich mit zittrigen Händen durch die Haare:* Aber, sie… und das andere Mädchen, die waren das… und, ich… ich konnte das doch nicht sagen… wegen Gustav… er liebt sie doch,* die letzten Worte hauchte sie nur noch, dann fing sie an zu schluchzen und ich schloss sie in meine Arme. Wie in Trance.
Bärbel, Kims Mum stand in der Tür und beobachtete uns. Ohne ein Wort schloss sie dann den Durchgang in die Küche und ließ uns allein. Ich strich Kim über den Hinterkopf und drückte sie an meine Schulter.
Wie es jetzt weiter gehen sollte? Ich hatte keine Ahnung.

 

Kapitel 86

Ich streckte die Beine aus und kuschelte mich neben Kim ins Kopfkissen, den Blick auf den Fernseher Gerichtet.
Wir hatten uns in ihr Zimmer verzogen, wollten ungestört reden. Doch, aus dem reden war nichts geworden, denn Kim war eingeschlafen während ich im Bad geduscht hatte. Sollte sie schlafen, vielleicht würde sie dann wieder fit werden. Ich beobachtete sie noch einen Moment, sie lächelte im Schlaf und ich war mir sicher, dass sie von Bill träumte. Kim war hübsch, passte perfekt zu meinem besten Freund.
Jemanden wie Kim, hatte Bill sich gewünscht. Allein die Tatsache dass die beiden schon so viel durch gestanden hatte, verband sie. Ich griff die Fernbedienung, schaltete den Fernseher aus und drehte mich zur Wand. Kurze Zeit später, war ich eingeschlafen.

Kims Sicht
Als ich aufwachte und mich umdrehte lag Lea neben mir und schlief. Kaum hatte ich mich aufgesetzt, fiel mir wieder ein dass ich Lea gestern erzählt hatte, was an dem Tag wirklich passiert war. Sofort schossen mir Tränen in die Augen, aber ich hatte einfach keine Kraft mehr zu weinen, so ließ ich sie stumm laufen und machte mich schweigend auf den Weg in die Küche. Kaffee, das war es, was ich brauchte. In der Küche saß meine Mutter und las Zeitung.
* Schöne grüße von Papa, der war heut schon da,* begrüßte sie mich und ich warf einen verwirrten Blick auf die Uhr. Es war kurz nach 15 Uhr, ich schmunzelte.
Meine Eltern hatten sich ausgesprochen, lebten getrennt, wollten aber trotzdem befreundet bleiben, einfach um nicht alles kaputt zu machen. Mir war es gleich, sollten sie machen, was sie wollten, die Familie war kaputt, das konnte auch eine Freundschaft zwischen den Eltern nicht mehr ändern.
* Ach, genau dein Freund hat auch schon angerufen, ich hab gesagt du rufst zurück, aber, er sagte dass er anruft wenn er wieder Zeit hat, das war… heute Morgen,* fügte sie dann hinzu ohne ihren Blick von der Zeitung abzuwenden. Ich wurde hellhörig. Bill hatte angerufen?

Kapitel 87

* Wieso hast du mich nicht geweckt?* Jetzt faltete sie das Tagesblatt zusammen und schielte mich über ihre Brille hinweg an. * Mama,* maulte ich, auf antwort wartend.
* Du hast so süß geschlafen,* lächelte sie, fügte dann kleinlaut hinzu:* Du hast gelächelt, ich wollte den Moment nicht kaputt machen… aber, er ruft dich zurück.* Ich nickte und ignorierte die Anspielung auf meine-, in moment-, ehr schlechte Laune. War doch verständlich oder?
Den streit mit Bill hatte ich schließlich auch noch nicht vergessen. Ich schüttelte den Kopf und verzog mich mit zwei dampfenden Tassen Kaffee in mein Zimmer. Vorsichtig setzte ich mich auf die Bettkante und rüttelte an Leas Schulter.
* Mh,* nuschelte diese und drehte sich genervt um.
* Leaaaaa, los komm, der Tag ist bald wieder um, ich hab Kaffee gekocht,* kicherte ich und zog an der Bettdecke. Das zusammengerollte Mädchen schien das nicht zu stören, sie kugelte sich noch mehr zusammen, gähnte und drückte sich dann ins Kissen.
* Okay, du willst es nicht anders,* fauchte ich leise, konnte mir ein bösartiges grinsen nicht verkneifen und griff nach der Wasserflasche. Ich stellte mich über Lea, die die Augen wieder geschlossen hatte, drehte den Deckel ab und kippte den gesamten Inhalt der Wasserflasche über ihr aus. Mein Bettzeug, sowie Lea wurden überflutet vom kalten Nass.
Ich brach in schallendes Gelächter aus und hüpfte von der nassen Matratze.
* Scheiße,* lachte ich, während Lea sich langsam aufsetzte und mich mit einem Mörder Blick fixierte.
* Ich bring dich um,* kreischte sie dann und eine Tour durchs gesamte Haus war vorprogrammiert.
So schnell ich konnte jagte ich die Treppe hinunter, einmal um den Couchtisch und schließlich hinaus in den Garten, in welchen die warme Sonne schien. Irgendwann stürzte Lea sich auf mich und wir verfielen erneut in einen Lachkrampf.
* Ich hasse dich,* quietschte sie, während sie sich von mir rollte und neben mich ins tau feuchte Gras fallen ließ.
* Du spinnst,* murmelte sie dann Kopfschüttelnd, während ich in Gedanken mal wieder bei etwas ganz anderem war.
Ich starrte in den blauen Himmel und dachte darüber nach, wie es jetzt weiter gehen sollte.
Eine Frage, die ich dann auch laut stellte. Lea starrte mich an, schloss kurz die Augen, öffnete sie wieder und murrte:* Wir sagen es ihnen, wenn die 483 Tour gelaufen ist… dann reden wir erst mit Bill, dann mit den anderen. Jill muss büßen.* Ich drehte den Kopf und starrte Lea an. Ihre zerzausten Haare umrahmten ihr Gesicht, ihre Unterlippe zitterte leicht und ihren Mund umspielte ein aufmunterndes lächeln.
* Die werden mir niemals glauben, niemals,* ich schüttelte den Kopf und wollte mich erheben, aber Lea packte mich so plötzlich im Nacken und zog mich zurück ins Gras, das ich erschrocken aufkeuchte. Sie kniff die Augen zusammen und kniete sich hin.
* Hör mir mal zu Kim, Jill mag meine beste Freundin… sein, gewesen sein, wie auch immer ich weiß es nicht, aber was sie da getan hat, war eindeutig… Jill hat dich zusammen geschlagen… hallo? Sie hat Gustav benutzt um an Bill ran zukommen und ich, ich hab es nicht gemerkt… man,* sie raufte sich die Haare. * Dabei hat sie ihn so oft angestarrt, aber… ich hab es nicht gemerkt aber, man Kim, Bill… der, der liebt dich, sonst wäre er wohl kaum mit dir zusammen, er wird dir glauben,* sie schaute mich noch einmal kurz an, ehe sie aufstand und ins Haus tapste.

Kapitel 88

Schweigend, meinen Gedanken nachhängend, lief ich in mein Zimmer um die Schweinerei welche ich verursacht hatte wieder sauber zu machen, ich bezog mein Bett neu. Brachte die leere Flasche in die Küche und ließ mich lustlos aufs Sofa fallen. Mein Blick fiel auf das Telefon, ich griff danach und wählte Bills Nummer. ‚ Tuuut tuuuut‘ * Kaulitz?* Wohlige wärme krabbelte meinen Rücken hinauf sodass meine Nackenhaare sich aufstellten. Ich schwieg, brachte kein Wort heraus aus Angst, das Bill noch immer sauer auf mich war, meine Hand knetete nervös den Stoff meiner Boxershorts.
Völlig Panisch legte ich wieder auf, um kurz auf die Uhr zu starren und erneut seine Nummer zu wählen.
* Man, was denn?* fauchte man mir entgegen, wieder schwieg ich.
* Verarschen kann ich mich auch alleine,* maulte mein Freund dann am anderen Ende der Leitung und wollte wohl grade wieder auflegen, als ich seinen Namen hauchte, ganz leise und schwach.
* Kim, warum sagst du denn nichts?! Hast du grade schon mal angerufen?* Seine Stimme war weich und gab mir den Mut nun etwas lauter zu sprechen.
* Ich… ja ich, hab ich,* seufzte ich und fuhr dann wieder etwas leiser fort:* Ich hatte angst, dass du noch sauer bist.* Am anderen Ende war es still geworden und man spürte förmlich die Konzentration in Bills Kopf.
Dann räusperte er sich und fing langsam und bedächtig an zu sprechen… * Weißt du Kim, sauer…. Ist vielleicht der falsche Ausdruck. Schau mal, wir sind jetzt seit fast 1 Monat zusammen, in knapp 4 Tagen, wenn Andi seinen Geburtstag nachfeiert. Es war ja… von Anfang an nicht leicht mit uns und,* er stockte kurz:* Ob du es glaubst oder nicht, auch für mich war es nicht leicht Kim. Schau, seit einem Monat sagst du mir, dass du mich liebst, was ja auch schön ist, aber,* er stockte wieder kurz sprach aber nicht weiter, denn ich fuhr ihm in einem ungeheuer sauren Ton dazwischen:* Komm auf den Punkt!* Ich war wütend, auf wen oder was genau wusste ich in diesem Moment selber noch nicht, aber ich hatte Angst, ungemeine Angst Bill zu verlieren, denn er war der jenige, der mir geholfen hatte wieder zu leben und jetzt saß ich hier, mit gesenktem Kopf und wartete darauf, was Bill mir zu sagen hatte.
* Okay, um es kurz zu machen, ich hab angst, ja ich habe verdammt angst davor, die ganze Geschichte öffentlich zu machen Kim, wenn Menschen jetzt schon so was mit dir machen, aber ich werde es tun, die anfragen zu diesem, diesen… Bildern, die sind immer noch da und, man verdammt ich liebe dich, aber ich finde es verdammt… verdammt scheiße von dir, dass du mir nicht vertraust,* die letzten Worte hauchte er ins Telefon. Einen Momentlang schwieg ich, wiederholte die Worte meines Freundes in Gedanken noch einmal. Ich vertraute ihm doch…
* Es tut mir leid,* reumütig zog ich den Kopf ein, eine Geste die Bill zwar nicht sehen konnte, die meiner Meinung nach aber trotzdem nötig war.
* Können wir… wenn wir uns bei Andi sehen… können wir dann in ruhe reden?* Meine Stimme war unsicher und rau, Bill am anderen Ende schwieg noch.
* Ist okay Kim, ich… ich muss jetzt los, tu mir bitte einen gefallen, heute Abend ab 21 Uhr, guckst du bitte Viva, du wirst sehen wieso, wir… wir telefonieren Morgen wieder,* und damit legte er auf.
Kein ‚Ich liebe dich‘?
Gegen 21 Uhr machten Lea und ich es uns auf der Couch bequem, jeder eine Tüte Chips auf dem Schoß.
* So, da bin ich ja mal gespannt was der junge Herr da wieder für Andeutungen gemacht hat,* nuschelte Lea, während sie mit der Fernbedienung auf Viva schaltete.
* Wir wollten nur reeedeeen-,* drang Bills Stimme an mein Ohr. Vor schreck verschluckte ich mich an einer Hand voll Chips und fing jämmerlich an zu Husten, bis ich begriff das die Stimme aus dem Fernseher kam.
* Tokio Hotel live, Zimmer 483 Tour,* las Lea die kleine Überschrift in der rechten Ecke am Fernseher vor.
Ich schwieg und gemeinsam verfolgten wir den Ablauf des Konzertes. Bill schien wie ausgewechselt. Keine Spur mehr von Bill Kaulitz aus Loitsche, keine Spur mehr von der Liebe, die seine Augen sonst ausstrahlten. Er war den Fans nah und doch, würden sie ihn niemals erreichen.
Voller Elan rannte er über die Bühne, sang ins Mikrofon und flirtete mit der Kamera. Er las Plakate vor, unterhielt sich ein bisschen mit den Fans und nach einer guten Stunde, verließ er zusammen mit den Jungs wieder die Bühne.
* Die spielen noch Zugaben,* raunte mir Lea zu und ich nickte nur wissend, den Blick immer noch auf den Bildschirm gerichtet. ‘In die Nacht’ ein Song, den Bill für Tom geschrieben hatte. Danach ‘Rette mich’ und dann, wurde die Bühne erneut kurz verlassen, für den endgültigen Abschluss.
Welches Lied jetzt kommen würde wusste ich nicht, ich hatte das Album noch nicht gehört, denn ich hatte von Anfang an gesagt, dass ich mich von Tokio Hotel ganz klar distanzieren wollte, soul die Musik eh nicht so ganz mein Geschmack war. Natürlich wunderschöne Texte, schöne Melodien, aber die Tatsache, dass der Sänger dieser Band mein Freund war, ließ nicht zu, dass ich Fan dieser Band wurde.

* Wir kommen für heute zum letzten Song.
Ich habe ihn geschrieben, als es einem Menschen, der mir sehr viel bedeutet, sehr schlecht ging. Kim. Einer der Gründe, weshalb es ihr so schlecht ging, waren zwei Mädchen, die ihre beste Freundin abgestochen haben, Eiskalt, aus dem einfach Grund, weil Kim mir ihre Liebe gestanden hat.
Als ich erfahren hab, das Kims beste Freundin gestorben ist, ist in mir etwas kaputt gegangen, ich… ich war einfach nur zutiefst enttäuscht, enttäuscht von diesen Mädchen.
Ich hätte niemals gedacht, dass jemand so weit gehen würde. Dann, vor knapp zweieinhalb Wochen sind in den ersten Zeitungen Fotos von mir und Kim aufgetaucht. Fotos, zu denen ich eigentlich keine Erklärung abliefern müsste, denn sie sind eindeutig, ich bin dann mit den Jungs auf Tour gegangen, wir waren viel unterwegs, Kim und ich haben telefoniert, viel sogar, aber irgendwann, habe ich einen Anruf erhalten, das Kim ins Krankenhaus gekommen war. Dort habe ich dann erfahren, dass sie ins Koma gefallen war, das sie von jemandem zusammen geschlagen wurde. Die Täter sind bis heute nicht gefasst. Ich möchte, das jeder von euch weiß, dass ich wieder verliebt bin. Endlich, nach so unendlichlanger Zeit, bin ich wieder verliebt… und ich finde es einfach, einfach unter aller Sau, das Menschen, die sich Tokio Hotel Fans nennen, mir das kaputt machen wollen.*

Kapitel 89

Die ersten Gitarrengriffe erklangen und ich schloss unweigerlich die Augen. In meinem Herz hatte sich ein Schalter umgelegt, der mich für einen Moment, alles vergessen ließ, ich spürte Tränen auf meiner Wange, warme Tränen, die eine brennende- wohlige Spur hinterließen.
Ich vernahm Leas Hand, die sich auf meinen Unterarm legte und ich spürte das lächeln, welches meinen Mund jetzt umspielte. So fühlte sich pures Glück an.

Bill rief nicht an, nicht am nächsten Tag und auch nicht am Tag danach. Lea und ich waren in Hamburg angekommen, hier würde Andi seinen Geburtstag feiern. Wir hatten uns Hotelzimmer gemietet und während Lea und Andi zum Club gefahren waren um dort ein paar Absprachen zu treffen, hatte ich mich auf den Weg, zu einem ganz bestimmten Ort gemacht. Vorsichtig setzte ich einen Fuß vor den anderen, stieg über ein paar Wurzeln, drückte mich durch ein paar Sträucher und ließ mich irgendwann auf den harten Boden sinken.
Im Schneidersitz lehnte ich mich an einen großen Baum und ließ meinen Blick erneut über den kleinen See schweifen.
Hier hatte es angefangen, hier hatte ich zum ersten mal deutlich etwas Gespürt, zwischen mir… und Bill. Mit einem einzigen Unterschied, es war genau einen Monat her. Ja, damals, ende Februar hatte alles angefangen, jetzt, Ende März war ich mitten drin. Mitten drin in Bills Leben, mitten drin in seinem Herzen und auf den Tag genau einen Monat war es her, dass mein Leben sich so verändert hatte. Ein Monat, seit Mimi Tod war. Wie ein Pfeil, schoss der Gedanke mir durch den Kopf, doch da war keine Träne mehr zu vergießen, da war nur ein lächeln und eine Erinnerung, an die vielen schönen Zeiten die wir gehabt hatten.
Mein Handy klingelte ‘Bill’ prangte es auf dem Display, doch ich ging nicht dran, wollte mir erst die Worte zurecht legen, mit denen ich Bill klarmachen würde, dass Jill mich so zugerichtet hatte. Nach Andis Geburtstag, kurz bevor ich zurück in den Alltag musste. Ich schloss die Augen. Wusste nicht, wie lang ich dort so gesessen hatte, als ich auf einmal eine warme hand spürte, die sich in meinen Nacken legte, gefolgt von weichen Lippen, welche mein Ohr berührten.
Erschrocken riss ich die Augen auf und starrte nach Links. In braune, warme Augen. Bills Augen.
* Hallo mein Schatz ich liebe dich,* summte er leise die Melodie des Ärzte Songs an und brachte mich somit zum grinsen.
Ich gab ihm einen feuchten Kuss und drehte meinen Kopf dann wieder grade, starrte auf den glitzernden See.
* Ich wusste das du hier bist,* flüsterte Bill und setzte sich neben mich, zog mich in seine Arme und strich mir sanft durchs Haar.
* Woher?* * Ich weiß nicht, aber… ich hab es mir einfach gedacht,* hauchte er an mein Ohr und blickte mir in die Augen. Ich erwiderte das sanfte lächeln seinerseits und machte es mir auf seinem Schoß bequem, kuschelte mich seitlich an seine Brust und umschlang ihn mit meinen Armen. So saßen wir da, schwiegen und genossen es, den anderen wieder zu haben. Bill streichelte sanft meine Hüfte und hauchte mir immer wieder weiche Küsse in den Nacken.
* Du Mausi?* Ich drehte den Kopf so, dass ich zu Bill hinauf schauen konnte.
* Wollen wir wieder gehen? Wir wollen ja auch bald feiern, außerdem kommen gleich die anderen, Jill und so,* lächelte er, doch sein lächeln erstarb, als ich mich ruckartig erhob und ihn anstarrte.
* Was ist los?* Ich schüttelte den Kopf.
* Nein, ist… du hast recht, ich hab gar nicht auf die Uhr geschaut, aber, wir müssen uns ja auch noch fertig machen,* verteidigte ich mein verhalten und zog ihn, ohne dass er noch etwas sagen konnte, hinter mir her, zurück zur Straße.

 

Kapitel 90

Unsere Wege trennten sich dann wieder, denn ich musste ins Hotel, während er in die Studiowohnung ging. Im Hotel stellte ich mich direkt unter die kalte Dusche, ließ das Wasser über meine nackte Haut laufen und versuchte, den Gedanken an Jill zu verdrängen. Lea war ja auch noch da, sie würde mich nicht im Stich lassen, redete ich mir ein und machte mich dann schick für den Abend. Gegen 20 Uhr trafen Lea und ich uns in der Lobby, Andi war schon im Club, Bill und die Jungs würden von der Studiowohnung direkt dorthin fahren.
Ich griff unsicher nach Leas Hand.
* Mach dir keinen Kopf süße, wir kriegen dass hin. Wenn sie dir zu nahe kommt, dann bin ich ja auch noch da. Morgen sagen wir es allen, dann ist es vorbei,* lächelte sie mich aufmunternd an, drückte meine Hand und zog mich dann hinter sich her in das große Gebäude.
Es war voll und ein wenig stickig, überall tanzten Pärchen oder Mädels, an der Bar standen ein paar Jungs und auf einem Sofa in der Ecke tummelten sich Bill und Tom, umgeben von ein paar anderen Leuten, die ich nicht kannte. Lea aber lief schnurstracks auf die Leute zu, ich folgte ihr, etwas unbeholfen. * So Leute, darf ich vorstellen, das ist meine Freundin Kim,* stellte Bill mich dann kurz vor und zog mich auf seinen Schoß.
* Du siehst wundervoll aus,* flüsterte er und strich den Stoff meines schwarzen Tüllrocks glatt. * Danke,* ich lächelte und nippte schüchtern an dem orangenen Getränk, welches Bill mir unter die Nase hielt.
* Schau dass da ist Timo, der da hinten heißt Alex, der war in unserer Klasse, da vorne bei Gustav steht Ben, der und Alex sind Gustavs beste Freunde, da bei Georg das ist Stella, die ist ziemlich eingebildet, mit der haben wir nichts zu tun,-* und so stellte Bill mir ein paar Leute vor, ich musste immer wieder kichern, denn zu manchen Personen ließ er, nicht grade freundliche, Kommentare fallen.
* Oh, Kim, schön dass du da bist, geht’s dir wieder besser?* Ich schreckte auf und klammerte mich aus Reflex an mein Getränk. Hektisch blickte ich mich um. Wo war Lea? Bill saß 4 Meter entfernt auf einem Barhocker und war in ein Gespräch mit einem gewissen Chris vertieft. Scheiße!








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