Weißt du, was Liebe ist?
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Jubi Story zum 100. Kapi

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Hilf mir fliegen1. Teil 'Weil du mir ihr Herz hinterlässt'


Kapitel 90

Unsere Wege trennten sich dann wieder, denn ich musste ins Hotel, während er in die Studiowohnung ging. Im Hotel stellte ich mich direkt unter die kalte Dusche, ließ das Wasser über meine nackte Haut laufen und versuchte, den Gedanken an Jill zu verdrängen. Lea war ja auch noch da, sie würde mich nicht im Stich lassen, redete ich mir ein und machte mich dann schick für den Abend. Gegen 20 Uhr trafen Lea und ich uns in der Lobby, Andi war schon im Club, Bill und die Jungs würden von der Studiowohnung direkt dorthin fahren. Ich griff unsicher nach Leas Hand.
* Mach dir keinen Kopf süße, wir kriegen dass hin. Wenn sie dir zu nahe kommt, dann bin ich ja auch noch da. Morgen sagen wir es allen, dann ist es vorbei,* lächelte sie mich aufmunternd an, drückte meine Hand und zog mich dann hinter sich her in das große Gebäude. Es war voll und ein wenig stickig, überall tanzten Pärchen oder Mädels, an der Bar standen ein paar Jungs und auf einem Sofa in der Ecke tummelten sich Bill und Tom, umgeben von ein paar anderen Leuten, die ich nicht kannte. Lea aber lief schnurstracks auf die Leute zu, ich folgte ihr, etwas unbeholfen.
* So Leute, darf ich vorstellen, das ist meine Freundin Kim,* stellte Bill mich dann kurz vor und zog mich auf seinen Schoß.
* Du siehst wundervoll aus,* flüsterte er und strich den Stoff meines schwarzen Tüllrocks glatt.
* Danke,* ich lächelte und nippte schüchtern an dem orangenen Getränk, welches Bill mir unter die Nase hielt.
* Schau dass da ist Timo, der da hinten heißt Alex, der war in unserer Klasse, da vorne bei Gustav steht Ben, der und Alex sind Gustavs beste Freunde, da bei Georg das ist Stella, die ist ziemlich eingebildet, mit der haben wir nichts zu tun,-* und so stellte Bill mir ein paar Leute vor, ich musste immer wieder kichern, denn zu manchen Personen ließ er, nicht grade freundliche, Kommentare fallen.
* Oh, Kim, schön dass du da bist, geht’s dir wieder besser?* Ich schreckte auf und klammerte mich aus Reflex an mein Getränk. Hektisch blickte ich mich um. Wo war Lea? Bill saß 4 Meter entfernt auf einem Barhocker und war in ein Gespräch mit einem gewissen Chris vertieft. Scheiße!

Kapitel 91

* Redest du jetzt nicht mehr mit mir oder was?* Erschrocken zuckte ich zusammen, in so einem Ton hatte sie ja noch nie mit mir gesprochen. Ich starrte sie weiterhin an, bis sie sich umdrehte und sich auf den Weg zu meinem Freund machte. In mir kochte die Wut auf, die Eifersucht und das verlangen danach, Jill mitten ins Gesicht zu schlagen. Ich ballte die Hände zu Fäusten und beobachtete, wie mein Freund sie liebevoll in die Arme schloss. Über Jills Gesicht huschte ein lächeln, ein ekliges lächeln. Mein Kopf drehte sich, wie Automatisch zur anderen Seite, ich wollte es einfach nicht sehen.
* Hey, alles okay?* Lea saß neben mir und musterte mich.
* Guck sie dir an,* presste ich nur zwischen den Zähnen hervor. Lea seufzte leise.
* Bill würde dich niemals betrügen, Jill wird büßen für dass, was sie getan hat,* ihre Stimme war ruhig, was mich wunderte, aber ich roch, das Lea schon so einiges getrunken hatte und so wunderte es mich nicht. Den restlichen Abend lungerte ich auf der Couch herum, ab und zu in Begleitung meines Freundes, Lea oder Tom. Ich beobachtete die Leute und kippte Unmengen von Alkohol., einfach, um den Frust zu vergessen. Um 24 Uhr gratulierte ich Andi, wie jeder andere auch. Mit dem einzigen Unterschied, das ich mich dabei kaum auf den Beinen halten konnte. Der Club schien sich zu drehen, mir war schlecht und kaum hatte ich Andis Hand ergriffen um ihm zu Gratulieren, verlor ich den Boden unter den Füßen und fiel. Köpfe über mir, Stimmen die auf mich einredeten, doch ich hatte nur noch ein Ziel, ich wollte mit Jill reden, wollte ihr meine Meinung sagen, der Alkohol hatte mich stark gemacht… oder einfach nur so betrunken, dass ich nicht mehr wusste, was ich tat, bei dem Gedanken lachte ich laut auf und fing mir blicke von der Seite ein.
* Bill, kümmere dich um deine Freundin,* rief ein braunhaariger Lockenkopf meinem Freund entgegen, der an der Theke lehnte und mit Jill redete. Bill schaute auf und grinste, schien sich darüber lustig zu machen, dass ich mich kaum halten konnte, doch ich beachtete ihn nicht weiter, lief auf Jill zu und presste sie mit dem Rücken an die Wand. Ich kam ihr mit meinem Gesicht immer näher, meine Augen, zu schlitzen verengt und drückte meine Hände gegen ihre Schultern.

Kapitel 92

Wenige Zentimeter trennten meinen Kopf noch von dem ihren… * Wage es dich, ihn an zufassen,* presste ich mühsam hervor, ignorierte es, das meine Zunge unglaublich schwer schien.
* Wage es nicht, mir noch mal unter die Augen zu treten du dreckiges Flittchen. Ich scheiß auf dein Scheinheiliges Getue und wenn ich dich noch einmal sehe, wie du meinen Freund berührst, selbst wenn du ihn nur anguckst, dann schlitz ich dich auf,* fauchte ich, hörbar, so dass alle, die in unserem Umkreis standen es hören konnten. Dann ließ ich von Jill ab, drehte mich kurz zu Bill, der mich mit aufgerissenen Augen anstarrte und sank in Leas Arme, die herbei geeilt kam. Tröstend strich sie mir über den Rücken und drückte mich an sich.
* Man, hier gibt’s nichts zu gucken, die Party kann weiter gehen,* rief sie und drängelte sich mit mir im Arm durch die Menge hinaus in den Hinterhof.
* So und jetzt beruhigst du dich wieder und kommst mal wieder runter ja?* Sie setzte mich auf eine Bank im Hof und setzte sich dann neben mich.
* Das tat gut,* hauchte ich, wischte mir mit dem Handrücken übers Gesicht und seufzte.
* Hast du ihren ängstlichen Gesichtsausdruck gesehen? Hast du gesehen, wie sie gezittert hat? Sie hatte angst, dass ich erzähle, was ich weiß,* erzählte ich Lea und erinnerte mich zurück an Jill, die unter meinen Berührungen gezittert hatte. Triumph. Ein grinsen umspielte meine Lippen.
* Und jetzt, kannst du das deinem Freund erklären,* raunte Lea und ehe ich reagieren konnte, war sie aufgesprungen und stürmte an mir vorbei, während Bill vor mir auf die Knie ging und mich anstarrte. Er wirkte Fassungslos und starrte mich an. * Seit wann wirst du denn vom Alkohol so aggressiv?* * Ich bin nicht aggressiv, ich hab der nur mal meine Meinung gesagt,* stritt ich ab und schaute meinem Freund in die Schoko braunen Augen.
* Falls du es vergessen hast, Jill ist mit Gustav zusammen und ihr zwei seit gut befreundet, was tickst du denn so aus nur weil ich mit ihr rede? Eifersüchtig?* Bills Blick war hart und neugierig zugleich. Wahrscheinlich freute er sich über die Bestätigung, die er bekam wenn ich ihm sagte, dass ich Eifersüchtig war und ihn nicht mit anderen Mädchen sehen wollte, doch diese Bestätigung kam nicht, denn ich schwieg betreten. War ich bereit Bill zu sagen, was an dem Tag im Schwimmbad wirklich passiert war?

Kapitel 92

* Kim, du musst nicht eifersüchtig-,* ich unterbrach ihn:* Ich bin nicht eifersüchtig!* Mein Atem ging rasselnd, ich fröstelte leicht und Tränen stiegen mir in die Augen, als ich mich räusperte und meinen Kopf senkte.
* Du hast keine Ahnung,* schniefte ich und konnte mir ein schluchzen nicht unterdrücken.
* Kim, du weißt doch, das Jill mit Gustav zusammen ist, du weißt doch auch, dass ich dich niemals betrügen würde und du weißt auch, dass du Jill eine Menge zu verdanken hast,* beharrte Bill weiterhin darauf, das ich eifersüchtig war, doch in mir kochte die Wut und ich konnte es nicht mehr verhindern, ich schrie Bill an.
* Und ich weiß auch, das sie mit Gustav zusammen ist, weil sie an dich rankommen will, weil sie dich liebt und nicht Gustav, und ich weiß auch, dass du auch nur ein Junge bist und dass du so etwas nicht versprechen kannst, denn es kann immer passieren dass du mich betrügst, ich weiß auch, das ich totale angst davor habe dich zu verlieren weil du mein verficktes Leben bist, weil ich nicht ohne dich kann, weil du… weil du mich gerettet hast und Ja ich weiß, was ich Jill zu verdanken habe, das ich im Koma lag, das ich fast gestorben bin, ja verdammt, das habe ich ihr zu verdanken.* Ich stieß Bill, der mich ungläubig anschaute zur Seite und rannte los. Jetzt hatte ich es getan, Andis Geburtstag kaputt gemacht, ich war schon wieder weggelaufen, vor Problemen, ich hatte Bill angeschrieen und… ich hatte gesagt, was passiert war. Vielleicht würde Bill mir nicht glauben, vielleicht würde er mich jetzt hassen und zurück zu Jill gehen? Ich wurde langsamer, blieb stehen und schaute mich um. Realisierte, das meine Beine mich zu Bills Platz getragen hatten. Schluchzend ließ ich mich auf den Boden fallen. Es hätte alles so schön sein können, eine glückliche Beziehung, so wundervoll, doch nichts davon. Nein! Ich schlug mit der Faust auf den harten Boden, immer und immer wieder, voller hass, voller Wut, bis jemand meine Hand in die seine schloss und sie fest hielt. Ich schaute nicht auf, wusste wer es war, der mich jetzt sanft in den Arm nahm und wie ein kleines Kind hin und her wog.
* Es wird alles wieder gut… alles wieder gut,* hauchte Bill, dessen Stimme ich deutlich erkannte.
* Es tut mir leid Kim, es tut mir schrecklich leid, wenn ich das gewusst hätte, wenn ich das gewusst hätte, hätte ich Jill sofort rausgeschmissen… und Andi auch,* hauchte er an mein Ohr, ich spürte seinen warmen Atem und hörte augenblicklich auf zu weinen. Sein Geruch und allein seine Anwesenheit beruhigte mich und ließ mich zustimmen, als Bill mich aufforderte ihm zu folgen.

Kapitel 94

Wir kamen zurück in den Club. Die Party war noch immer in vollem Gange, in einem kleinen Hinterzimmer fanden wir Jill, Gustav, Georg, Lea, Andi und Tom. Lea schien jedoch noch nichts gesagt zu haben, denn alle lungerten auf den Sofas und unterhielten sich, bis sie mich sahen. Die schminke, Tränen verschmiert starrte ich Jill an, deren glückliches Grinsen sich in einen ängstlich-bedrohlichen Blick verwandelte. Bill ließ mich stehen, mitten im Raum und Schritt auf Jill zu, er hob die Hand und einen winzigen Moment glaubte ich, er würde ihr mitten ins Gesicht schlagen, doch er ließ den Arm wieder sinken und schüttelte den Kopf.
* Sei froh, dass du ein Mädchen bist, sonst… sonst würde ich dir jetzt eine wischen.* Gustavs blick fixierte Bill, misstrauisch erhob er sich und packte meinen Freund an den Schultern.
* Betrunken?* Schnauzte er, doch Tom ging ihm dazwischen.
* Bill, was ist los?* Der Blick des Zwilling meines Freundes, wechselte zwischen mir und Bill, welcher immer noch Jill anstarrte.
* Hat es dir spaß gemacht? Hat es dir spaß gemacht Gustav so zu hintergehen? Kim so leiden zu lassen? Obwohl du wusstest, was ihr passiert ist? Du feige Schlampe?* kreischte er und Gustav hatte mühe ihn zurück zu halten.
* Sag mal, spinnst du Bill?* Er drückte Bill auf eines der Sofa, auf welchem er den Kopf in die Hände fallen ließ und anfing zu weinen.
* Und ich hab es nicht gemerkt,* wimmerte er und schüttelte sich, von einem Weinkrampf gepackt. * Fuck!* Und in dem Moment sprudelte es aus Lea heraus, sie erzählte alles was sie wusste, niemand unterbrach sie und als sie geendet hatte, waren alle Blicke auf mich gerichtet. Gustav schüttelte den Kopf, sein Mund war leicht geöffnet, dann drehte er sich zu seiner Freundin.
* Sch… Stimmt das?* * Ja, natürlich, denkst du ich würde mit so einer... Hässlichen Gestalt wie dir zusammen sein wollen? Bill ist… er ist einzigartig und ja, ich liebe ihn, Kim stand mir halt im Weg,* fauchte Jill, mit gleichgültiger Stimme. Bill, der auf dem Sofa neben ihr saß, ballte die Hände zu Fäusten und schien mit sich zu kämpfen, jetzt bloß nicht auszurasten.
* Ich-,* Gustav brach ab, stürzte an mir vorbei und schlug die Tür hinter sich zu.
* Raus, verschwinde…. Und lass dich nie… nie wieder hier blicken,* fauchte Andi, packte Jill grob am Oberarm und zerrte sie hinaus, auch er verschwand nicht- ohne die Tür kräftig zu schlagen zu lassen. Bill war rot angelaufen, hatte noch immer die Hände zu Fäusten geballt und fluchte leise vor sich hin.
* Komm mal mit Kimmy,* Tom griff sachte meine Hand und zog mich, mit leichtem Druck, hinter sich her. Im Club herrschte wirres treiben, es wurde getanzt und niemand schien bemerkt zu haben, das etwas geschehen war. Gut so, dachte ich und ließ mich neben Tom an die Bar fallen.
* Warum hast du nicht schon ehr was gesagt?* Tom schaute mich nicht an, knete seine Hände.
* Ich … ich hatte Angst… dass, also, dass ihr mir nicht glaubt… oder so,* nuschelte ich, grade so laut, das Tom es durch die laute Musik noch verstehen konnte. Sein Blick war jetzt auf mich gerichtet und seine braunen Augen stachen in die meinen, er stand auf, kam auf mich zu und nahm mich in den Arm, ohne noch etwas zu sagen. Ich erwiderte den leichten Druck den er gegen meinen Rücken ausübte und schmiegte mich ein wenig an seine Schulter. Es tat gut zu wissen, dass da außer Bill noch jemand war, mit dem ich reden konnte.
* Darf ich ablösen?* Ich wusste nicht wie lang wir da so gestanden haben mussten, als Bill seinem Bruder die Hand auf die Schulter legte und mich kurz nachdem dieser mich losgelassen hatte, in seine Arme zog.
* So meine süße, nachdem wir dass, halbwegs geklärt haben… möchte ich glaub ich jetzt nach Hause, kommst du mit? Dann musst du nicht im Hotel schlafen, ist doch ungemütlich,* grinste Bill mich an. Aber ich hatte vorher noch etwas wichtiges zu erledigen, so entschuldigte ich mich für einen kurzen Moment von meinem Freund und machte mich auf die Suche nach Gustav.

Kapitel 95

* Hey,* hauchte ich, als ich den stabilen Schlagzeuger auf dem Balkon gefunden hatte. Er rauchte, etwas, was er sonst nie tat, was ich immer an ihm bewundert hatte. * Huhu,* flüsterte er und drückte den Glimmstängel sofort wieder aus, was mich schmunzeln ließ.
* Gustav, dass…. Es tut mir-, * doch weiter kam ich nicht, denn Gustav hatte mich umarmt. Wir standen eine Weile einfach nur da und schwiegen, bis Gustav sich von mir löste und sich hektisch mit den Handrücken übers Gesicht fuhr, er weinte.
* Gustav-,* fing ich an, doch dieser schüttelte nur den Kopf und unterbrach mich:* Es ist okay Kim, ich wäre jetzt gern allein,* hauchte er und drehte mir den Rücken zu. Ohne den Blick von ihm ab zuwenden lief ich wieder in den Club, dann senkte ich den Blick und griff nach Bills Hand. Ohne ihn noch einmal anzuschauen verließen wir den Club und machten uns auf den Weg zum Hotel, ja, Bill hatte beschlossen unsere letzte gemeinsame Nacht im Hotel bei mir zu verbringen, immerhin musste ich auch früh wieder los. In meinem Zimmer angekommen, warf ich mich aufs Bett, kuschelte mich an Bills Brust, lauschte einige Minuten seinem leisen Atem, seinem regelmäßigen Herzschlag, ehe ich dann einschlief und in einem Traumlosen schlaf versank.

-* Ich… liebe…. Dich… unendlich… und… noch… viel… mehr… kleiner… Stern,* hauchte Bill mir zwischen seinen Küssen ins Ohr. Ich schmunzelte, trotz der Tränen die über meine Wangen flossen und versank ein letztes mal in einen langen Zungekuss mit ihm, ehe ich in das Auto meiner Mutter stieg und die Tür schloss. Bill stand neben meiner Tür, legte seine Hand auf die Scheibe und lächelte mich gequält an. Von innen, legte ich meine Hand auf die seine, weinte stumm, bis wir mit dem Auto um die nächste Ecke bogen, und Bill verschwand. Ich lehnte mich zurück und schloss die Augen, in der Hoffnung, die Tränen so stoppen zu können. Die Autofahrt verlief ruhig, Mutter stellte keine fragen, ich erzählte nichts freiwillig und so schwiegen wir uns die meiste Zeit nur an.-

Vorsichtig betrat ich das Schulgebäude. Ich war bereits eine knappe Stunde zu spät, aber es rechnete sowieso niemand damit, dass ich mich hier je wieder blicken lassen würde. Tja, falsch gerechnet denn nun streifte ich durch die weißen Gänge, mein schwarzer Mini-Rock wehte leicht auf, meine schwarzen Stiefel gaben ein leises klacken von sich, wenn ich über den Gummiboden tippelte. Ich zitterte am ganzen Körper als ich an meiner Klassentür klopfte und die Klinke herunter drückte. Ein leises Raunen ging durch die Reihen, als ich vorsichtig ans Pult meines Lehrers trat. Kapitel 96 Ein raunen ging durch die Klasse, ehe ich die Tür hinter mir schloss und vorsichtig zum Pult vortrat.
* Kim,* mein Lehrer warf die Kreide auf den Pult und machte sich am Klassenbuch zu schaffen.
* Schön… eh, dass du wieder da bist, schön,* stotterte er, schrieb etwas in das grüne Buch und schaute mich dann leicht panisch an. * Ehm, ich, ich hatte gar nicht mit dir gerechnet,* lachte er, während ich weiterhin schwieg.
* Setz dich, am besten, neben, eh‘, Annika,* er weiß auf das schwarzhaarige Mädchen, welches ich noch nie gemocht hatte, doch ich nickte nur und ließ meine Tasche neben den Tisch fallen, bevor ich mich selbst auf den Stuhl setzte und mich zu einem leichten lächeln zwang. Ich spürte die Blicke der anderen im Rücken, versuchte sie allerdings so gut wie möglich zu ignorieren. Nach einer Doppelstunde Englisch hatten wir Chemie, hieß, wir mussten zu den Chemie Räumen. Als letzte verließ ich den Raum, watschelte mit gesenktem Kopf über den weißen Flur und versuchte möglichst unauffällig zu bleiben.
* Das ist Bills Freundin, die hab ich in der Zeitung gesehen.*
* Die da hatte was mit Bill!*
* Ey, bist du Bills Freundin?*
* Mh, er liebt sie, hat er beim Konzert gesagt.*
* Glaubst du die hat Connections zu Tom?* Unbeirrt ging ich weiter, war auf so etwas gefasst und schlängelte mich schweigend an den beiden 5. Klässlern vorbei.
* Jetzt hast du ja die Aufmerksamkeit die du immer haben wolltest, Schlampe.* Ich blieb stehen und seufzte.
* Am liebsten hätte ich dir jetzt einen Kommentar gedrückt, aber ich lass es,* murmelte ich und drückte meine Klassenkameradin zur Seite. Der Rest des halben Schultags, ich hatte die ersten Stunden ja verpasst, verlief ohne Zwischenfälle, abgesehen davon, dass ich dumm angeguckt wurde und kleine Mädchen mir hinter her dackelten.
* Zu Hause,* nuschelte ich nur, warf meine Tasche in die Ecke und lief die Treppe hinauf in mein Zimmer, drehte meine Anlage auf und warf mich aufs Bett. Jetzt war es soweit, Alltag war angesagt, Schule, der übliche stress auf den ich überhaupt keine Lust hatte. * Kommst du essen?* Meine Mutter steckte den Kopf durch die Tür und weckte mich somit aus meinen Gedanken.
* Und, wie war es heute?*
* Normal,* ich zwang mich zu lächeln.
* Haben sie etwas gesagt?* Meine Mutter legte die Gabel, die sie sich eben in den Mund gesteckt hatte wieder bei Seite und schaute mich Prüfend an.
* Mh, nichts besonderes, nur, dass sie wissen dass ich mit Bill zusammen bin und so,* nuschelte ich in meine Nudeln hinein und damit war das Thema beendet. Nach dem ich den Abwasch erledigt hatte, verzog ich mich wieder in mein Zimmer und starrte Gedanken verloren aus dem Fenster. Knapp 2 Wochen noch und ich würde endlich 16 werden. Knapp 2 Wochen, aber feiern, würde ich nicht. Wahrscheinlich würde niemand kommen…

Kapitel 97

~ 12 Tage später~

* Nur noch 2 Tage du pups,* kreischte Lea ins Telefon und trieb meine Mundwinkel immer weiter in die Höhe. Ja, 2 Tage noch und ich wäre endlich 16. Endlich! Geplant war keine Feier, Bill hatte es nicht geschafft David zu überreden an meinem Geburtstag frei zu bekommen, Andi hatte Prüfungsstress und Lea konnte auch nicht kommen, trotzdem freute ich mich auf den Tag.
* Sag mal, was wünscht du dir eigentlich so?* Ich lachte auf.
* Mh, vielleicht… ich weiß nicht, eigentlich, nur dass ihr da seit, aber das geht ja nich’, also, vielleicht, mh, ach, eigentlich nichts,* ich stotterte ein wenig rum, doch im Prinzip gab es nichts was ich mir wünschte. Es war warm draußen, die Sonne schien, meine Klasse ließ mich in ruhe, ich hatte meinen Bill, der sich jeden Tag meldete und Lea, die mittlerweile zu den Menschen gehörten, die mir am meisten bedeuteten.
* Du wünscht dir NICHTS? Gar nichts, nichts?* War das so erstaunlich? Ich runzelte ein wenig die Stirn, ließ mir mein lächeln jedoch nicht von den Lippen nehmen.
* Nein,* hauchte ich wieder, lehnte den Kopf zurück und ließ mich von der Sonne bescheinen.
* Alles klar,* Lea klang enttäuscht, was ich nicht verstand, doch damit war die Sache für mich eigentlich beendet.
* So süße, ich muss, lass es dir gut gehen, ich meld mich heut Abend wieder,* damit erklang am anderen Ende der Leitung auch schon wieder das gleichmäßige tuten, Lea hatte aufgelegt. Ich blieb noch eine Weile in der Sonne liegen. Ich gähnte, Müdigkeit machte sich in mir breit und so schlich ich zurück ins Haus, ging Duschen, natürlich eiskalt, und danach ins Bett, wo ich dann Todmüde einschlief.
Manamana, Babiiipididi, Manamana Baibidipi
* Mh?* Mit noch geschlossenen Augen grummelte ich in mein Handy. Welcher Idiot wagte es, mich mitten in der Nacht an zurufen?
* Kim? Ich bins, Lea, sag mal, ist dir auch so langweilig?* Ich riss die Augen auf, warf die Bettdecke zur Seite und starrte auf meinen Wecker, es war halb 4, mitten in der Nacht.
* Eh’,* irritiert setzte ich mich auf und rieb mir die Augen.
* ja, ich weiß, es ist spät, aber ich dachte wir könnten noch ein bisschen labern?* Ja, diesen Tonfall, Bill nannte ihn Liebevoll den ‘Lea-Ton’ kannte ich nur zu gut, es war dieser Ton, der auf der einen Seite so lieb und unschuldig klang und auf der anderen Seite, einfach keine Widerrede duldete. Genervt seufzte ich und lehnte mich an die kühle Wand.
* Ist okay,* nuschelte ich nur unter einem Herzhaften gähnen und gab mich Leas ununterbrochenem Gerede hin, bis mir irgendwann die Augen zufielen.

Kapitel 98

Als ich am nächsten Morgen die Augen aufschlug, brummte mein Kopf, als hätte ich Wochenlang nicht geschlafen, sondern gesoffen. Mein Handy lag auf dem Boden, war aus, anscheinend war der Akku leer, ich schmunzelte. Lea hatte es wahrscheinlich gar nicht bemerkt, dass ich irgendwann einfach eingeschlafen war und wenn doch, dann durfte ich mir wahrscheinlich heute noch was anhören, vorausgesetzt sie würde sich melden. Ich schwang mich aus dem Bett, schnappte mir meine Klamotten und ließ mich, nach einer Katzenwäsche an den Küchentisch fallen.
* Morgen ist es soweit Schätzchen,* lächelte meine Mutter und ich nickte nur mit einem müden lächeln.
* Freust du dich?* Worauf denn? Ging es mir durch den Kopf. Darauf, dass Bill und all die Leute die mir etwas bedeuteten eh nicht da waren?
* Mh ja doch,* log ich deshalb und nickte noch einmal bestätigend. Die Schule verlief wie immer, im Unterricht hielt ich mich zurück, aus dem einfach Grund, ich wollte nicht auffallen, wollte vermeiden, dass die Leute etwas zu reden hatten und in den Pausen saß ich allein auf dem Schulhof und beguckte mir die Schüler. Manche liefen an mir vorbei und tuschelten dass ich schon mal Drogen genommen hatte, andere wiederum erzählten, ich sei Bills Freundin, doch niemand sprach mich an. ‘ feige’ ging es mir jedes mal durch den Kopf, doch ich schwieg und ignorierte die Blicke. Gegen Nachmittag saß ich am Pc, schrieb mit Lea bei ich und telefonierte nebenbei mit Bill, der sich zum tausendsten mal dafür entschuldigte, dass er an meinem 16. Geburtstag nicht da sein konnte.
* Ist okay,* nuschelte ich nur immer wieder, natürlich war es traurig, aber was sollte ich denn machen? Ich konnte ihn ja schlecht zwingen, oder sauer sein, was würde das bringen?- Nichts, genau aus diesem Grund ließ ich es.
* Du Schatz, ich geh schlafen, damit ich für Morgen fit bin.* * Okay meine süße, ich, ich melde mich Morgen auf jedenfalls, ich ruf dich an, feier schön, ich Liebe dich kleiner Stern,* murmelte Bill und ich konnte ein leises grinsen förmlich auf seinem Gesicht hören.
* Ich liebe dich auch,* gluckste ich fröhlich und legte auf. Ich warf mich auf mein Bett und starrte einen Momentlang zur Decke, ein breites grinsen im Gesicht. Trotz all der Strapazen, all dem stress der letzten Wochen, ich hatte Bill und ich war unheimlich glücklich darüber. Mir fielen die Augen zu, ehe ich mich umziehen konnte, was, wahrscheinlich auch besser so gewesen war, denn, was mich am nächsten Tag erwartete, war wahrscheinlich das schönste Geburtstagsgeschenk was ich je bekommen hatte.

Kapitel 99

// Der schwarzhaarige Junge stieg die Leiter hinauf und zog das Band an einem Ast fest. Alles sollte perfekt sein. Die Ballons hingen in der Luft, auf jedem stand ein Buchstabe. Die vier blonden in der Runde faulenzten in der Sonne und sortierten die fein säuberlich eingepackten Geschenke nach der Größe, während die der braunhaarige die große Picknick decke aufbreitete. Alles war geplant, nichts dem Zufall überlassen//

* Wohin fahren wir denn?* Zum tausendsten mal stellte ich meiner Mutter nun diese frage. Sofort nachdem sie mich geweckt hatte, hatte sie mich ins Auto gesetzt. Natürlich hatte ich geduscht, mich fertig gemacht aber wofür genau ich das getan hatte, wusste ich nicht, denn meine Mutter hatte mir die Augen verbunden und wollte mir patut nicht sagen, wohin die Reise gehen sollte.
* Mama,* ich schlug mit der Hand auf meinen Oberschenkel und verzog den Mund.
* Wir sind gleich da Mäuschen.*
* Wir fahren ja auch schon seit stunden,* gab ich nur eine patzige Antwort. Ich hatte nicht vorgehabt meinen Geburtstag mit Autofahren zu verbringen. Ich seufzte, lehnte mich zurück und wartete. Was sollte ich auch anderes tun? Irgendwann, mir kam es vor als wären weitere stunden vergangen, hielten wir und ich durfte aussteigen. Meine Mutter griff meine Hand und führte mich ein stück, der Boden war weich, ich ahnte schon, wo ich war, doch glauben konnte ich es nicht. Was sollte ich denn hier machen? Mit meiner Mutter, an meinem Geburtstag? Irgendwann, wir waren geschätzte 200 Meter gelaufen, ließ sie meine Hand ruckartig los.
* Mama?* Unsicher drehte ich mich, was im Prinzip ja doch nichts brachte, da ich durch die Augenbinde eh nichts sehen konnte.
* Mama, lass den scheiß, was soll das?* fauchte ich und tapste los, stolperte und… landete in weichen Armen. Meine Augenbinde löste sich, ich klammerte mich kurz an meinen Retter und als ich dann hochblickte, blickte ich in wunderschöne Augen, die mich, seit ich sie das erste mal gesehen hatte, faszinierten.
* Bill…,* hauchte ich und wir versanken in einen leidenschaftlichen Kuss, der alle Schmetterlinge und all die Glücksgefühle in mir wieder aufweckte.








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