Weißt du, was Liebe ist?
HomeGuestbookArchiveAboAboutContactCopyrightLinksHost
Wichtig!PrologCharaktere1.-10. Kapitel11.-20. Kapitel21.-30 Kapitel31.-40. Kapitel41.-50. Kapitel51.- 60. Kapitel61.-70. Kapitel71.-80. Kapitel81.-90. Kapitel91.-99. Kapitel
100. Kapitel101.-110. Kapitel111.-120. Kapitel121.-130. Kapitel131.-132. Kapitel133.-134. Kapitel135.-136. Kapitel137.-138. Kapitel139.-140. Kapitel141.-142. Kapitel143.-144. Kapitel145.-146. Kapitel147.-148. Kapitel149.-150. Kapitel151.-152. Kapitel153.-154. Kapitel155.-156. Kapitel157. Kapitel

Jubiläum
Jubi Story zum 100. Kapi

Other Storys
Hilf mir fliegen1. Teil 'Weil du mir ihr Herz hinterlässt'


xx Rückblick xx

Das blonde Mädchen beugte sich über das Gesicht ihres besten Freundes und musterte dessen blasse Haut. Fast weiß waren die weich geschwungenen Lippen, die dunklen Augen, fast schwarz, hatten ihren Glanz verloren.
Er schlief, war schon lang nicht mehr bei vollem Bewusstsein, doch auch vom Tod schien er weit entfernt. Piep Piep Piep Der gleichmäßige Rhythmus seines Herzschlags verriet ihr, dass er noch lebte. Dass er sie noch nicht verlassen hatte. Die Tür öffnete sich, langsam und fast lautlos betrat Tom den Raum. Sein Blick war leer, er hatte geweint. Seine braunen Augen schweiften abwesend durch den Raum und blieben an den vielen Geräten hängen.
* Ich will ihn nicht leiden sehen,* hallte seine brüchige, leise Stimme durchs Krankenhaus. An diesem Abend öffnete Bill ein letztes mal die Augen.
* Küss mich,* hatte er gehaucht, Nila hatte sich vorgebeugt und seine kalten Lippen mit den ihren verschlossen.
Bill und Tom hatten viel geredet, Tom hatte geweint und Bill angefleht, doch Bill war gegangen, in eine andere Welt, in eine Welt, in der es ihm besser gehen sollte.

Xx Rückblick Ende xx

* Tom?* Nila hob den Kopf ihres Freundes an und starrte in seine leeren, feuchten und blut unterlaufenen Augen.
* Tom er, er wird nicht wieder kommen,* flüsterte sie und strich dem blonden Jungen über die Wange.
* Natürlich kommt er wieder, er… er hat doch gesagt er lässt mich nicht allein.* Tom wusste nicht wie er fühlte. Eine unglaubliche leere füllte ihn aus, ein Gefühl, welches er nicht zu beschreiben vermochte. Viel zu lang schon, saß er hier und weinte. Viel zu lang hatte er all die Tränen, all das Leid herunter zuschlucken versucht. Und jetzt, jetzt wo es zu spät war, ließ er es einfach raus. Insgeheim gab er sich die Schuld an dem plötzlichen Tod von Bill, denn er hatte es gewusst. Hatte gewusst das Bill nicht mehr konnte, nicht mehr wollte und er hatte nichts unternommen. Hatte zu gesehen wie sein Bruder am Erfolg der Band zerbrach, hatte hilflos zu gesehen wie er sich Abends in den Schlaf weinte.
Ende.
Diese vier Buchstaben begleiteten Bill jeden Tag auf seinem Weg. Denn nur nach dem Ende sehnte er sich. Rot und verkrustet waren die Buchstaben auf Bills Arm, verborgen, denn niemand durfte sehen wie es ihm wirklich ging.
_____________

* Nicht mehr weinen,* Nila küsste Toms Wange, sanft, ließ die salzige Träne auf ihren Lippen sterben, griff seine Hand und drückte sie fest.
* Ich bin immer bei dir.* Sie wusste das Tom diese Worte nicht halfen, aber sie wusste auch, dass er jemanden brauchte der ihn auffing, wenn er fiel. Und sie, sie war bereit ihn zu halten. Seine Hand um ihre geschlungen, schlenderten sie die Straßen Magdeburgs entlang, etwas, was sie noch vor wenigen Tagen, es waren 9 Stück an der Zahl, nicht gedurft hätten.
Zu viel Wirbel hätte es um die besten Freunde gegeben. Doch Bills Tod hatte auch den über eifrigen Manager David zum schweigen gebracht. Ganz Deutschland schien um den schwarzhaarigen Jungen zu trauern, nein, nicht nur Deutschland, auch in allen anderen Ländern in denen man die Band Tokio Hotel kannte, hatte Bills Tod zu Tränen, Trauer und wirren Gedanken geführt. Fans gaben sich die Schuld an seinem Tod, doch, war es so absurd den Fanatischen Mädchen einen Teil der Schuld zu geben? Zu oft hatten sie Bill berührt, zu oft hatten sie ihm weh getan wenn sie geweint hatten, wenn sie ihm gesagt hatten dass sie ihn liebten, ohne das Wort ‘Liebe’ wirklich definieren zu können. Tom dagegen hatte sich versteckt, hatte Schutz gesucht hinter einer Fassade, hatte Schutz gesucht hinter seinem Image und hatte so mit vermieden, dass jemand ihn wirklich kennen lernen konnte, das jemand die Stellen fand, mit denen man ihn verletzen konnte.

[ Ist das etwa schon der Tag danach, wo alle Uhren still stehen, wo es am Horizont zu Ende ist und alle Träume schlafen gehen? ]

Ja so in etwa fühlte sich Tom. Es schien zu Ende zu sein, sein Leben sinnlos und verloren, die Zeit schien still zu stehen und der Moment galt einzig und allein Bill, denn ohne ihn, konnte er nicht atmen, schien zu ersticken, der Gedanke an ein Leben ohne Bill, schnürte ihm die Kehle zu und trieb ihm brennendheiße Tränen in die Augen. Nila war stehen geblieben und starrte mit großen Augen zu dem kleinen Kiosk an der Ecke. Langsam bewegte sie sich auf das kleine Fenster zu, sie schien fast zu schweben so leichtfüßig bewegte sie sich über den, vom Regen nassen, Asphalt.
Sie griff nach einer der vielen Zeitungen, zog sie aus ihrer Halterung und starrte auf das Titelblatt. Fassungslos starrte sie auf die schwarzen Buchstaben. Tom hatte sich neben sie gestellt und schaute ihr über die Schulter.
* Was passiert mit Tokio Hotel? Wird die Band, ohne Frontmann Bill Kaulitz die Chartspitze rocken?* Tom schüttelte den Kopf. Tokio Hotel, wie es mit Tokio Hotel weiter ging? Das interessierte sie wieder, ja, da hatten sie wieder etwas, worüber sie sich das Maul zerreißen konnten, doch es würde kein Tokio Hotel mehr geben. Nicht in einem Monat, nicht in einem Jahr, nie wieder.
______
Mit zitternden Fingern hielt Tom das kleine Buch in der Hand. Seit sein Bruder ins Krankenhaus gekommen war, hatte er sein Zimmer nicht betreten, doch jetzt saß er auf Bills Bett, roch ihn, als würde er neben ihm sitzen, hielt sein Tagebuch in den Händen und weinte. Er hatte die letzte Seite aufgeschlagen, den letzten Eintrag gelesen, immer und immer wieder, wollte nicht glauben dass Bill es wirklich getan hatte, dass es alles geplant gewesen war.
Er wollte nicht begreifen doch es war eindeutig: Bills Traum war schon lang nicht mehr die Musik, Bills Traum, war die Freiheit, die er, um jeden Preis zurück haben wollte.

[ Wenn ich sehe, wie Andi und Nila leiden, Tag für Tag, würde ich am liebsten weglaufen, einfach irgendwohin wo niemand ist den ich verletzen kann. Ich will doch den Menschen nicht weh tun, Andi und Nila sind die einzigen die ich noch habe, außerhalb der Band. ] [ Ich weiß das Tom es auch ohne mich packt. Er ist so unglaublich stark, noch eine Eigenschaft an ihm, die ich bewundere. Ja, manchmal beneide ich Tom dafür, dass er den Druck und den Stress einfach nicht an sich heran lässt. ] [ Ich werde Tom ewig Dankbar sein, für dass was er für mich getan hat. So oft war er für mich da, so oft hat er mir bei gestanden, so oft hat er meine Tränen getrocknet… Tom wenn du das hier liest: Ich werde dich immer lieben großer Bruder. Bis in die Unendlichkeit!] [ Ich wünsche mir nichts sehnlicher als Nila und Tom glücklich zu sehen. Ich weiß wie die beiden fühlen, ich weiß dass Tom in ihr mehr als nur eine beste Freundin sieht. Bitte lieber Gott, mach meine Familie glücklich.]

Immer wieder las Tom sich die Zeilen, die sein Bruder unmittelbar vor seinem Tod geschrieben hatte, durch. Er fasste einen Entschluss, der keinen Schritt zurück zuließ.

// Eine schneidende Kälte umgab ihn, den Jungen den die Liebe in den Tod riss. Der Regen der in sein Gesicht peitschte, schien brennende Spuren auf seiner Haut zu hinterlassen, doch es gab kein zurück mehr. Mit jedem Schritt den er tat, kam er seinem Ziel ein Stückchen näher. Sein Ziel? Bill. ‘

'WIEDERVEREINT' - Schatten wollen mich holen, doch wenn wir gehen, dann gehen wir nur zu zweit

Bill Kaulitz 1.9.1989 - 31.3.2008
Tom Kaulitz 1.9.1989-8.4.2008

2 Jahre vergingen, Deutschland hatte die Zwillinge bereits vergessen, als sich das quietschende Friedhofstor öffnete und ein, den Zwillingen, allzu bekanntes Gesicht zum Vorschein kam. Nila trug die blonden Haare etwas länger, das Make-up etwas dezenter, die Anziehsachen gewählter und ordentlicher. Vor dem Grabstein der Zwillinge viel die mittlerweile 17 Jährige auf die Knie, strich sanft die Konturen der Namen nach und lächelte.

Sie weinte nicht mehr weil es vorbei war, nein, sie lächelte, weil es schön war… und weil sie wusste dass es Bill und Tom, wo auch immer sie waren, gut ging.








Gratis bloggen bei
myblog.de