Weißt du, was Liebe ist?
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Jubiläum
Jubi Story zum 100. Kapi

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Hilf mir fliegen1. Teil 'Weil du mir ihr Herz hinterlässt'


Kapitel 101

Als wir uns von einander lösten waren die anderen verschwunden und ich sah nur noch Leas blonden Haarschopf hinter dem nächsten Baum verschwinden.
Gut so, meine Gedanken schlugen Purzelbäume als Bill mich an sich drückte und sanfte Küsse in meinem Gesicht verteilte.
* Bill. Bihiill,* ich drückte sein Gesicht von mir und hielt es zwischen beiden Händen fest.
* Nicht hier,* kicherte ich leise. Bill verstand, packte meine Hand und zog mich hinter sich her, von der Lichtung, immer tiefer hinein in den dunklen Wald.
Er drückte mich auf den Boden, tastete sich blind über meinen Körper, ehe wir uns irgendwann unserer Sachen entledigten und mit einander schliefen.
Zum zweiten mal, wieder dieses wunderschöne Gefühl, dieses kribbeln im Bauch.
Erschöpft sank Bills Körper auf den meinen und bedeckte meinen nackten Oberkörper.
Schweißperlen glitzerten in der Sonne, die mittlerweile hoch am Himmel stand und unser Atem ging rasselnd und schnell.
* Ich liebe dich,* keuchte Bill, rollte sich von mir und legte sich neben mich, angelehnt an meine Brust, streichelte er sanft meinen Bauch, der sich immer noch unregelmäßig hob und senkte.
* Bill… wir, wir sollten… meinst du nicht wir sollten uns was anziehen und zurück gehen?* Ich richtete mich vorsichtig auf und strich Bill eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
Dieser nickte nur, wir zogen uns wieder an und verschwanden unscheinbar im tiefen Dickicht, in der Hoffnung das die anderen noch da waren, tatsächlich, sie saßen auf der Picknick decke und kicherten.
* Da seit ihr ja,* flötete Tom und schlug seinem Bruder freundschaftlich auf die Schulter.
* Man hat euch im ganzen Wald gehört kleiner,* er gluckste, doch mir, mir war das lachen vergangen.
* HA!* Leas Zeigefinger wanderte in meine Richtung und jetzt stimmte auch Bill in das Gelächter mit ein.
* Hast du, hast du…. Hassu ihren Gesichtsausdruck gesehen?* Tom weinte Tränen und ich schlug mir die Hand vor den Kopf.
Natürlich, wie konnte ich so dumm sein, Tom hatte versucht heraus zu finden dass wir sex gehabt hatten. Natürlich! Ich stöhnte genervt auf.
* Jetzt hast du uns verraten,* gluckste Bill und stupste seine warme Nase an mein Ohr.
Ich lächelte schüchtern in die Runde und wartete auf darauf, das auch Lea endlich aufhörte zu lachen.
* So und nun,* Tom zog das letzte Wort besonders lang, während er aufstand und verschwand.
* Und nun,* wiederholte er noch einmal, verschränkte die Arme hinter dem Rücken und funkelte mich an…..


Kapitel 102
*Ja?* Drängelte ich und wippte leicht auf und ab.
* Kommst du mit,* lachte er und kassierte von mir und Bill nur einen fragenden Blick.
* Na komm doch,* ohne auf eine Antwort zu warten - auf meine Antwort zu warten, zog Tom mich hoch, umpackte mein Handgelenk und zog mich hinter sich her, ein Stückchen weiter in die andere Richtung, so dass wir außer Hörweite waren.
* Wir haben da so was geplant,* fing er an.
* Also, guck mal, also, du musst ja am Montag schon wieder in die Schule ne? Und, naja wir wissen ja alle, dass du da nicht so richtig klarkommst.
Und guck mal, du bist jetzt in der 10. Klasse, bedeutet - du musst nur noch ein Jahr machen. Mh, sind noch knapp 3 Monate stimmts? Pass auf… wir haben uns überlegt, dass du deine Prüfungen schreibst und den Rest freigestellt wirst, halt, du schreibst nur noch die Prüfungen, du gehst noch einen Monat zur Schule und danach kannst du mit uns rumreisen,* Tom stockte kurz und wartete auf meine Reaktion, ich war sprachlos.
In Gedanken ging ich dass eben gesagt noch einmal im Kopf durch, wusste nicht wohin mit den wirren Gedanken. Sollte ich mich freuen? Oder mir lieber Gedanken um meine Zukunft machen? Immerhin hätte ich wenigstens meinen Realschulabschluss, damit konnte man ja auch schon so einiges anfangen und, natürlich wollte ich auch einmal Einblick in Bills Welt bekommen, mehr sehen von dem, was mein Freund den ganzen Tag über machte.
Ich runzelte die Stirn und musterte Tom, der immer noch reglos vor mir stand und mich beobachtete.
* Wie stellst du dir dass vor Tom? Ich meine, was ist mit meiner Mutter und… meiner Zukunft, was ist, wenn Bill und ich in einem Monat gar nicht mehr zusammen sind, aus welchem Grund auch immer, ich kann doch nicht einfach so, ständig mit euch herumreisen…* ich blickte ihm genau in die Augen.
* Na, wir würden dass natürlich mit allen besprechen, mit deiner Mutter und der Schule auch, mh und ja, David hat sich bereiterklärt das zu regeln, weil Bill beim letzten mal als du nicht da warst… naja, er war unkonzentriert, hat nur von dir geredet und, naja es ist ja auch für uns dann nicht so einfach zu Arbeiten, wenn Bill in Gedanken immer wo anders ist, verstehst du?* Tom war nervös, er stotterte und spielte an seinem schwarzen Schweißband.
* Bill weiß natürlich noch nichts davon, dass würde dann eine Überraschung werden, wir würden dass dann so Organisieren, dass wir irgendwo am Venue mit Bill warten, unter nem anderen Vorwand und dass du dann da auftauchst,* fügte er schnell hinzu, als ich mich umdrehte und auf Bill schaute, der am Boden saß und mich anlächelte.
Ich lächelte zurück, hob kurz die Hand und wand mach dann wieder Tom zu.
* DAS, ist das beste Geburtstagsgeschenk, was mir je gemacht wurde,* hauchte ich dann, ein breites lächeln zierte meinen Mund und ich drückte den Bruder meines Freundes an mich.
* Ich weiß doch, dass ihr beide es nicht abkönnt wenn ihr euch nicht seht, so was nennt man…* Tom stoppte kurz, drückte mich von sich, schaute auf den Boden und dann mit ernster Miene wieder zu mir:* Ja, ich glaube, so was nennt man Liebe,* er lächelte noch einmal kurz, ehe er mich am Arm nahm und zurück zu den anderen zog.
* David meldet sich dann bei deiner Mutter,* fügte er noch leise hinzu und ich nickte unauffällig, setzte mich zwischen die Beine meines Freundes und lehnte meinen Kopf an seine Brust und schloss die Augen.

 

Kapitel 103

* Was wollte Tom?* Ich spürte Bills Atmen an meinem Hals.
* Mh, hat mir nur noch mal in ruhe Gratuliert und so,* nuschelte ich und drückte mich noch enger an Bill, welcher seine Hände ein zweites mal an diesem Tag unter mein T-Shirt streichen ließ.
* Pfui,* kicherte ich.
* Bill, aus,* wie mit einem Hund sprach ich nun mit meinem Freund, griff seine Hände und zog sie unter meinem Oberteil hervor, verkreuzte sie mit den meinen.
* Was wollen wir heute noch machen?* Ich öffnete die Augen und blinzelte in Leas Richtung, aus der die frage gekommen war.
* Mh, also, ich hätte Lust ein bisschen feiern zu gehen,* lachte ich, eigentlich aus spaß, nicht ernst gemeint, doch in Leas Augen blitzte es gefährlich auf.
* Wir könnten uns nen Mädels Abend machen, wir zwei,* schlug sie begeistert vor.
Ich lachte auf, ihre Begeisterung in allen ehren, aber, ich blickte fragend zu Bill, welcher mich sanft anlächelte:* Mach dir nen schönen Abend. Wir müssen heute Abend sowieso noch mal weg.*
Lea jubelte gespielt auf und brachte mich somit erneut zum lachen.
* Okay, dann könnt ihr,* ich wies auf die Jungs:* Hier ja aufräumen, während Lea und ich uns fertig machen.*
Jetzt waren die Jungs diejenigen die lachten.
* Dass war so klar,* nörgelte Georg und schlüpfte an mit vorbei um die Essenssachen wieder einzupacken.
* Na komm,* ich lief zu Lea, griff ihre Hand, gab Bill im vorbei gehen noch einen kurzen Kuss und dann stapfte ich neben der blonden her.
* Dass wird so geil, dass wird so geil,* kicherte Lea, während sie die Tür zum Loft aufschloss.
* Hier, fühl dich wie zu Hause, da ist die Küche, das Bad ist oben  die rechte Tür, Bills Zimmer direkt daneben,* erklärte Lea mir kurz die Wohnung, ehe sie sich über ihren Koffer beugte.
* Also ich zieh das an,* sie warf eine schwarze Röhre und ein pinkes, tief ausgeschnittenes Oberteil auf den Boden.
* Und du, kannst das anziehen wenn du willst,* sie reichte mir eine schwarz-weiß geringelte Strumpfhose, eine schwarze Hotpan und ein schwarz-weißes langärmliges T-Shirt.
Ich nickte, betrachtete die Sachen noch einen Augenblick und machte mich ans Umziehen.
Nach einer knappen Stunde waren Lea und ich fertig.
Wir hatten grade durch die Hintertür den Hof verlassen, als ein schwarzer Wagen, Georgs Wagen, auf den Hof fuhr.
Bill und Andi kamen noch ein letztes mal schnell zu uns, ich bekam meinen, schon heimlich ersehnten, Kuss und Bill strich mir noch einmal durch die braunen Haare.
* Feier schön, wenn irgendwas passiert rufst du an ja? Und, naja, mach nicht zu lang, sonst mach ich mir Sorgen.*
Ich lächelte liebevoll.
* Ich liebe dich Bill,* damit drückte ich ihm noch einen feuchten Kuss auf den Mund und lief dann hinter Lea her, die schon einige Meter vorausgegangen war.
* Das wird so geil, das wird so geil,* kicherte Lea erneut und ergriff wieder meine Hand.

 

Kapitel 104

Wir hatten den Club kaum betreten, da hatten sich die ersten Jungs nach uns umgedreht.
Mich ließ das völlig kalt, ich ignorierte jeden, der an mir vorbei lief, doch Lea warf hier und da mal einen verführerischen Blick in die Runde, woraufhin wir dann für einen Drink Gesellschaft bekamen.
Die Jungs gaben uns einen aus, danach wurden sie abserviert, Schlampig? Nein, so was nannte man tacktick. Ich war glücklich, ein wohliges Gefühl breitete sich in mir aus, mit jedem Drink.
Lea atmete tief ein und aus, nachdem ich die harte Eisentür hinter uns zugeschlagen hatte und den Rauch meiner Zigarette in die kühle Nachtluft blies.
Ich gähnte und wollte grade zum reden ansetzen, als ich ein komisches Geräusch vernahm.
Auch Lea war stehen geblieben.
* Hast du das gehört?* Sie drehte sich einmal um die eigene Achse.
* Da, wieder,* ein leises Wimmern, ein schluchzen.
Ich drückte meine Zigarette aus und tippelte ein paar Schritte weiter, bis ich an der Hauswand lehnend ein junges Mädchen erblickte.
Sie zitterte, hatte den Kopf auf die Beine gelegt und schien zu weinen.
* Hey,* ich deutete Lea mir zu folgen und kniete mich neben das Mädchen, welches ungefähr in unserem alter gewesen sein musste.
* Ehm, alles okay bei dir?* Vorsichtig legte ich meine Hand auf ihren Unterarm, sie schreckte hoch.
Sie trug eine Brille unter welcher ihre schwarze Schminke verschmiert war, ihre Wangen glänzten, überseht von Tränen.
Sie schniefte, antwortete aber nicht.
* Komm mal hoch,* ich ahnte, dass das Mädchen vielleicht einfach zu viel getrunken hatte und zog sie hoch, sie wehrte sich nicht.
Lea ergriff ihren zweiten Arm und zu zweit katapultierten wir das Mädchen auf die nächste Bank.
* Er hat mich betrogen,* war das erste, was die Namenslose von sich gab, Lea warf mir einen warnenden Blick zu.
* Wer?*
* Mein Freund, mein ex Freund, dabei… ich dachte… dabei dachte ich dass er mich liebt,* sie schniefte, lehnte den Kopf an Leas Schulter und vergrub die Hände tief in den Taschen ihres Kapuzenpullis.
* Mit meiner besten Freundin,* verbittert wischte sie sich eine Träne von der Wange.
* Wo soll ich denn jetzt hin? Ich kenn hier doch niemanden.*
Ich betrachtete interessiert meine Fingernägel. Die Situation, all das erinnerte mich an Jill, sie war meine beste Freundin gewesen.
* Kim?*  Ich schreckte hoch, Lea sah mich fragend an. Ich verstand und schüttelte den Kopf.
* Nein Lea, vergiss es,* fauchte ich und stand auf. Ich wollte niemand fremden mitnehmen, nein.
Ich wollte kein fremdes Mädchen mit nehmen, jemanden den ich nicht kannte, dem ich nicht vertraute, doch Lea packte meine Hand und zog mich zu sich.
* Willst du sie hier lassen oder was? Lass uns sie mit zum Loft nehmen, sie muss ja nicht wissen dass, naja, wer da wohnt. Morgen früh schmeißen wir sie wieder raus. Man Kim, die tut mir leid,* bettelte sie und deutete auf das Mädchen welches zusammen gekauert auf der Bank saß und weinte.


Kapitel 105

Seufzend nickte ich, zögernd. Zu recht wie ich fand.
* Wie heißt du eigentlich?* Lea ließ sich wieder neben die weinende fallen und versuchte ihren Blick zu fangen.
* Dani.*
* Okay, pass auf Dani, wenn du Lust hast, kannst du bei uns in der… in der WG pennen, aber Morgen früh musst du wieder raus, okay?* Ich machte es kurz, klar tat sie mir leid, aber ich kannte sie doch überhaupt nicht.
Doch jetzt, jetzt guckte sie mich mit großen Augen an.
* Echt jetzt? Ich kann bei euch pennen? Boah, wie geil danke,* sie lächelte glücklich und sprang auf, als auch Lea sich erhob und wir Hand in Hand den Hof verließen.

* Willst du n Kaffee?* Ich stolperte durch die Küche, Lea und Dani saßen am Tisch, Lea schlürfte Kamillentee.
Dani nickte dankbar.
* Boah, ich weiß gar nicht wie ich mich bei euch bedanken soll, dass ist echt, echt mega lieb von euch, danke,* bedankte sie sich zum -geschätzt- tausendsten mal.
* Kein Ding, nur wie gesagt, Morgen früh musst du gehen,* nuschelte ich und reichte ihr eine Tasse dampfenden Kaffee.
* Wie alt bist du eigentlich?* Und so ging die Fragerei los.
Wir erfuhren dass Dani ursprünglich aus Bremen kam und hier zu Besuch bei ihrer besten Freundin war, dass sie, genau wie Lea, 16 Jahre alt war, viel Hip Hop hörte und nebenbei zusammen mit ihrer ‘ehemaligen’ besten Freundin eine Seite mit Fanfiction über Tokio Hotel führte. Dass ihr Freund sie betrogen hatte wussten wir ja schon, wir plauderten so über dies und dass und ich merkte erst viel zu spät, wie die Tür sich öffnete.
* Oh.* Lea und ich zuckten synchron zusammen. Tom, nein.
Da stand er, hatte den Kopf schief gelegt und musterte Dani, die mit aufgerissenen Augen ihre Kaffeetasse umklammerte.
Es war still, man hörte nur meinen ungleichmäßigen Atem, bis…
* Kim, kommst du mal eben,* presste Tom zwischen den Zähnen hervor und ich stand auf, mechanisch. Ich wollte keinen streit mit Tom, niemals.
Kaum war die Küchetür geschlossen, fing dieser schon an zu schimpfen, nein, ehr noch, er fauchte mich regelrecht an.
* Sag mal spinnst du ein fremden Mädchen mit hier rein zubringen? Ne, Kim, so was hätte ich nicht von dir gedacht, was machst du denn ey? Was ist wenn das n Groupie ist, was wenn die unsere Sachen durchsucht oder Morgen zur Bild geht und denen da ne Story erzählt oder so?* Er fuhr sich die Dreads, die er am Abend natürlich offen trug.
* Es… es tut mir leid, aber sie-,* * Es tut dir leid? Man Kim, du kannst hier nicht anschleppen wen du willst, wenn du schon so anfängst, dann lassen wir dass mit dem Umzug, nach deinen Prüfungen besser,* unterbrach er mich und mir stiegen sofort die Tränen in die Augen.
Dass hatte ich nicht gewollt.
* Hör mir doch mal zu,* wimmerte ich leise und grabschte nach seiner Schulter, doch er schüttelte meine Hand ab, wie eine lästige Fliege.
* Ihr Freund hat sie betrogen, sie kennt ihr doch niemanden man, hätte ich sie auf der Straße sitzen lassen sollen oder was? Wärst du so unmenschlich gewesen?- Nein! Du hättest sie auch mitgenommen, guck dir die doch mal an, die ist total fertig,* mit jedem Wort war meine Stimme lauter geworden, die letzten Worte hatte ich nur so geschrieen und Tom hatte sich in Bewegung gesetzt und war in der Küche verschwunden, ohne mich noch einmal an zusehen.
Mit Bauchschmerzen und den Händen tief in der Hosentasche vergraben, folgte ich ihm.


Kapitel 106

Leas Sicht
Mit Schwung wurde die Tür aufgemacht, Tom stürmte herein, atmete tief ein, als wolle er jetzt auch mir eine Standpauke halten, als er in seiner Bewegung inne hielt.
Dani und ich hatten seine Worte, die er an Kim gerichtet hatte, natürlich gehört und so war Dani in Tränen ausgebrochen- schlechtes Gewissen, natürlich.
 Mit verweinten Augen und Tränen nassen Wangen sah sie zu Tom, der sie mit seinem Blick durchbohrte.
Dani starrte förmlich zurück, kein wunder, sie war ja im Prinzip auch nicht mehr, als ein Fan, der durch Zufall einen seiner Idole kennen lernen konnte. Obwohl, kennen lernen? Bei Toms Skeptischem Gesichtsausdruck, war ich mir da nicht so sicher.
* Tom,* Kim war hinter ihn getreten und legte eine Hand auf ihre Schulter, Toms Blicke schwankte zu mir.
* Okay Mädels, mal ganz langsam, was ist hier eigentlich los?*
* Hättest du mir zugehört, wüsstest du das,* fauchte Kim, in einem Ton, den ich noch nie von ihr gehört hatte und der sowohl Tom, als auch Dani und mich zusammen zucken ließ.
Ich erklärte kurz und knapp, was mit Dani passiert war. Während meiner Erzählung ließ Tom sich auf den Küchestuhl mir gegenüber sinken.
Kim stand immer noch da, wo sie zu Anfang hinter Tom gestanden hatte.
Als ich fertig mit erzählen war, war Toms Blick sichtlich weicher, doch als er sich räusperte und sein Blick zunehmend ernster wurde, wusste ich, dass das Thema damit noch lange nicht beendet war.
* Eh‘, hör zu Dani,* er betonte ihren Namen, als wäre er etwas abartiges, wiederwertiges, etwas, was man nicht sagen sollte,* dass grade, war nichts gegen dich, ich kenn dich ja gar nicht, aber, du kannst vielleicht verstehen, dass ich mir da schon so meine Gedanken mache, wenn jemand fremdes in unserer Küche sitzt, noch dazu ein Fan. Eh’ ich sag es dir jetzt… ganz freundlich. Wenn du hier schlafen möchtest… unsere Sachen, heißt die von Georg und Gustav, sowie die von meinem Bruder und mir, sind tabu. Wenn ich irgendetwas negatives hören sollte, fliegst du raus und ich werde dafür sorgen, dass du mit einer saftigen Anzeige davon kommst.*
Mein Unterkiefer klappte einen geschätzten Meter weiter runter und Danis Finger, welche sich um ihre Kaffeetasse klammerten, fingen an zu zittern.
Tom ließ das kalt, er zwinkerte noch einmal sein typisches Tom zwinkern und verschwand dann aus der Küche. Das Tür knallen blieb nicht aus.


Kims Sicht
Kaum war Tom verschwunden, hörte man ein Stockwerk höher ein lautes Fluchen, eine weitere Tür die knallte und dann einen spitzen schrei, der von meinem Freund auszugehen schien.
Tom war also bei Bill. Blieb nicht aus bei so etwas, dachte ich und wünschte innerlich, Dani niemals gefunden zu haben.
* Es tut mir leid,* hauchte diese genau in dem Moment,, Lea grabschte ihr beruhigend über den Unterarm, doch ich lachte nur skeptisch. Alles klar, die war doch froh, dass sie Tom jetzt kennen gelernt hatte, da hatte man in seinem langweiligen leben wenigstens etwas zu tratschen.
Ich warf Lea einen letzten strafenden Blick zu, ehe ich die Treppe hoch hechtete und ohne zu klopfen in Bills Zimmer stürmte. Das die Zwillinge sich in diesem grade angeregt unterhielten, fiel mir erst auf, als ich die Tür schon wieder hinter mir geschlossen hatte.




Kapitel 107

Mit gehobener Nase schlenderte ich an Tom vorbei, der mich mit zusammen gekniffenen Augenbrauen musterte und kuschelte mich hinter Bill ins Bett.
* Schatz? Komm mal her.* Ich bewegte mich nicht, stellte mich schlafend. Wollte Bills schneidende Stimme nicht hören, wollte nicht mit Tom reden müssen.
* Kim, ich weiß dass du mich hörst. Ich will einfach nur deine Meinung dazu hören.*
* Ja,* grummelte ich nur leise.
* Was ja?* Ich steckte den Kopf unter der Bettdecke hervor und blinzelte ihn an.
* Ja, ihr habt ein recht sauer zu sein, es war scheiße sie mit zubringen, aber, sie tat uns halt leid.* Ich rieb mir die Augen.
Bill hatte sich zu Tom gedreht und tauschte unsichere Blicke mit ihm.
* Es tut mir leid,* hauchte ich noch einmal.
* Ja, jetzt tut es dir leid, aber du kannst doch nicht-,* Bill schnitt seinem Bruder mit einer Geste das Wort ab.
* Ruhe, alle beide,* fauchte er und ich zuckte unwillkürlich zusammen.
* Es ist gut jetzt, wir können es nicht ändern, Kim hat scheiße gebaut, das hat sie eingesehen, jetzt muck hier nicht so rum,* das letzte sagte er an Tom gewand, der nur müde nickte , mir noch mal kurz zunickte und dann verschwand.
* Scheiße,* nuschelte ich und lachte sarkastisch.
* Komm,* Bill hielt mir seine Hand hin,* wir gehen mal runter.* Nur widerwillig folgte ich ihm, klammerte mich an seine Hand.
Selbst ein beruhigender Blick meines Freundes konnte mich in der Hinsicht auf den Streit mit Tom nicht beruhigen.
* Ich finde einfach nur scheiße,* hörte ich Tom aus der Küche heraus rumschreien. Augenblicklich blieb ich stehen und schielte zu Bill, welcher sich mit der freien Hand die Haare raufte. Dann zog er mich hinter sich her. Am Tisch saßen Lea und Dani, Tom stand an der Küchentheke und Gustav krümelte sich auf einem Stuhl an der Wand.
* Hallo Dani, ich bin Bill,* mein Freund reichte der ziemlich verwirrten und niedergeschlagenen Dani kurz die Hand.
* Du nimmst ihm das nicht übel okay? Er regt sich wieder ab,* Bill lächelte, als ob nie etwas passiert wäre, dabei strahlte er unglaubliche ruhe auf Dani aus, welche auch mir schon das ein oder andere mal sehr geholfen hatte.
Bills warme Hand umschloss noch immer mit kräftigem Druck die meine, seine Augen wanderten durch die gegen und sein warmes lächeln wanderte immer wieder zu der, ziemlich verstört, dreinblickenden Dani, was dazu führte, das die Eifersucht in mir hoch kochte.
Diese warmen Blicke, diese aufmunternden Worte, die sollten doch eigentlich mir gehören, fand ich.
Er sollte normalerweise, ähnlich wie sein Bruder, ausrasten, dass ein fremdes Mädchen da war, er sollte sie nicht anlächeln und nicht mit ihr sprechen.
Mein Magen verkrampfte sich.



Kapitel 108

// Während der jüngere Zwilling in ein angeregtes Gespräch mit Lea und Dani vertieft war, schien auch sein älterer Bruder sich zu beruhigen. Das Kim allerdings vor Eifersucht schäumte, bemerkte Bill nicht.
Nur Tom sah die stechenden Blicke, die Kälte in den Augen der braunhaarigen. Noch dazu weigerte Kim sich regelrecht gegen Toms entschuldigende Blicke.
* Du, komm mal kurz mit.* Tom tippte Kim im vorbei gehen auf die Schulter, die braunhaarige folgte ihm, mit schwerem Herzen, denn Bill mit Dani quasi allein zulassen, tat ihr weh.
* Kim, wegen vorhin, da wollte ich noch mal mit dir drüber sprechen.* Nervös knetete der blonde Junge seine Hände.
Kim, die immer wieder Blicke Richtung Küchentür warf, nickte nur verhalten.
* Es tut mir leid, ich… ich hab mich nur so erschrocken. Ich musste in dem Moment einfach total an… naja an Jill denken. Vielleicht, vielleicht denkst du, dass das an mir spurlos vorbei gegangen ist, aber so ist es nicht. Ich hatte Angst um dich. Man, wir alle hatten angst, das so was wieder passiert. Ich meine, Kim, dein Freund ist nicht irgendwer, darüber musst du dir doch mittlerweile im klaren sein oder?*
Kim nickte kleinlaut. Natürlich war sie sich im klaren darüber, was dachte Tom sich denn?!
* Natürlich,* nuschelte die braunhaarige nur abwesend, starrte weiterhin gespannt zur Küchentür, gefasst darauf, Dani ins Gesicht springen zu müssen.
Bill war ganz allein ihr Freund und sie würde nicht zulassen, das irgendwer ihr den wegnahm. Sie würde um Bill kämpfen wenn es drauf ankam.
Mit schwerem Herzen und roten Wangen erinnerte sie sich an die Erlebnisse mit Jill. An das Hinterhältige Luder, welches ihr ihren Freund auch wegnehmen wollte und mit einem mal viel Kim auf, wie viel sie in den letzten Monaten, es waren immerhin schon 2 Stück an der Zahl, erlebt hatte.
* Sag mal, hörst du mir überhaupt zu?* Tom stellte sich von einem Bein auf das andere und legte den Kopf schief.
* Hä?*
* Ja, ganz toll, ich sagte grade, dass du dir wegen Bill keine Sorgen machen musst, du weißt doch wie er ist. Immer nett und freundlich,* Tom verdrehte bei dem letzten Satz die Augen, in der Hoffnung Kim zum lachen zu bringen, doch mehr als ein gequältes grinsen war nicht drin.
* Gehen wir wieder rein?* Tom lächelte behutsam als er merkte, wie Kims Stimme zitterte.
* Mach dir keinen Kopf kleine,* flüsterte er, strich ihr noch einmal über den Hinterkopf, griff zurückhaltend ihre Hand und sie folgte ihm lächelnd in die Küche.


Leas Sicht

* Genau, das ist immer total geil,* Dani lachte laut auf, als Bill wild gestikulierte.
Ich musterte Dani. Eigentlich, war sie ein extrem hübsches Mädchen.
Ihre Augen spiegelten sich in ihrer Brille wieder, sie lächelte glücklich.
Sie war nett und selbst Bill, derjenige, der sonst so arg misstrauisch war, schien gefallen an ihr gefunden zu haben. Alle schienen sie zu mögen, selbst Gustav lachte über ihre Witze… alle, außer Kim.
Die war grade mit Tom verschwunden.
Kaum gedacht, öffnete sich die Tür und Danis lachen verstummte, kaum hatte sie Kims Gesichtsausdruck gesehen.
Ihre Stirn war in falten gelegt, ihre sonst so fröhlich gestimmten Augen hatten ihren Glanz verloren. So ungefähr hatte sie noch vor knapp zwei Monaten ausgesehen. Voller Angst und Sorge, so hatte Jill es mir erzählt.




Kapitel 109

Erst auf den zweiten Blick erkannte ich, das ihre Hand fest in die von Tom verharkt war und als sie mich und Bill dann keines Blickes würdigte, wusste ich das etwas ganz und gar nicht stimmte.
Bills Blick fixierte die ineinander verharrten Hände misstrauisch.
Doch Kims Blick hing an Dani, schien ihr das Gesicht förmlich zu zerbeißen, schien Dani förmlich zu verfluchen.
Ich schluckte. Die dicke Luft die hier herrschte, mitten in der Nacht, nahm mir die Luft zum atmen, denn noch nie hatte ich Kim so voller Feindseligkeit gesehen.
* Kim?* Bills Stimme, fragend und leicht verwirrt.
Doch Kim beachtete ihn nicht, Tom zuckte nur Hilflos mit den Schultern.
* Kim,* zischte Bill, als wolle er sie mit einer so schneidenden Stimme zur Vernunft bringen, doch, Fehlanzeige, Kim wandte sich zu Dani. Ihre Augen verengten sich zu schlitzen.
* Fass ihn an und du wirst sterben,* fauchte sie mit so bedrohlich leiser stimme, dass ein kalter Schauer meinen Rücken runter Jagte.
Tom zog sie unsanft zurück.
Kims Wutentbrannter Gesichtsausdruck wandelte sich in einen verletzten und sie starrte zu Bill.
* Gute Nacht,* murmelte sie und drehte sich um, dabei riss sie ihre Hand aus der von Tom, dann verschwand sie.



Kims Sicht

Müde ließ ich mich in Bills Bett fallen.
Morgen würde ich wieder abreisen, mit Bill auseinander gehen, wahrscheinlich ohne vorher noch einmal vernünftig mit ihm zu reden.
Streit, ging es mir durch den Kopf und ein heißer Schmerz trieb mir die Tränen in die Augen.
Ich kuschelte mich ins Bett, das Kissen roch nach Bill, nach meinem Freund, meinem ein und alles und mir wurde schmerzhaft bewusst, dass ich es mir grade selbst vermasselt hatte. Warum die Eifersucht? Ich wusste doch, das Bill mit mir zusammen war, weil er mich liebte. Er musste mich lieben, nie hätten wir sonst so schwere Zeiten in so kurzer Zeit hinter uns bringen können. Er hatte mir gezeigt was es hieß zu leben, er hatte mir gezeigt was wirkliche Liebe bedeutete. Und genau daher, kam die Gottverdammte Eifersucht.
Ich wollte nie wieder allein sein, wollte nie wieder leiden, Bill nie wieder verlieren.
Das erste laute schluchzen verließ meinen Mund, mit ihm, bildeten die Tränen ein leichtes Netz, welches meine Haut bedeckte.




Kapitel 110

Ein leises knarren riss mich aus meinen wirren Gedanken und als ich aufblickte, erkannte ich Bill, der sich behutsam neben mich setzte und meine Hand ergriff.
* Kannst du mir mal sagen, was los ist?* Seine Stimme war weich, trotzdem fordernd und streng.
Seine Worte hallten in meinem Kopf wieder, ja, was war denn los?
Ich schniefte nur und entzog mich seinem weichen Griff, wollte aufstehen und das Zimmer verlassen, doch kaum war ich aufgestanden, wurde ich an der Hüfte gepackt und sanft an einen weichen Körper gepresst.
Bill hielt mich fest, wiegte mich, wie ein kleines Kind, gab mir Kraft, so wie er es immer tat.
Und ich? Was gab ich ihm? Warum erzählte er mir nichts von meinen Problemen? Wieso wusste ich nicht was ihn bedrückte? Die Zweifel in mir wuchsen mit jeder Sekunde.
* Bill,* murrte ich und drückte meinen Freund von mir.
* Ich… es tut mir leid,* schluchzte ich nur und schüttelte den Kopf.
Ich konnte ihm nicht sagen was es war, vielleicht, weil ich einfach selber nicht wusste, woher die Zweifel kamen, aber so stehen lassen, konnte ich dass ganze ja nun auch nicht.
Also gab ich mir einen Ruck, drehte den Kopf zu Bill und guckte in verängstigte braune Augen.
* Was tut dir leid?* Seine Stimme, nicht mehr als ein hauchen, ängstlich.
* Alles,* ich krallte mich in seinen Rücken und fing erneut bitterlich an zuschluchzen.
Wieder einmal, wurde mir bewusst, was für einen wundervollen Freund ich hatte.
* Alles? Kim, was ist los?* Ich atmete tief durch.
* Ich liebe dich, das ist los! und... Ich will dich nie wieder verlieren,* flüsterte ich und ließ meinen Zeigefinger über Bills Wange gleiten. Mein Atem ging stoßweise und ich musste hart schlucken um nicht wieder laut zu schluchzen.
Bills lächeln wurde zunehmend breiter als unsere Lippen sich näherten und wir in einen Leidenschaftlichen Kuss verfielen.
* Ich liebe dich auch, kleiner Stern,* Bill gab mir einen feuchten Kuss auf die Nase und stupste mich dann spielerisch aufs Bett.
* Und jetzt, sei nicht Eifersüchtig, ich glaube die Dani hat es eh nicht auf mich, abgesehen.*
Verwirrt zog ich eine Augenbraue in die Höhe.
* Na dann,* ehr desinteressiert widmete ich mich einer von Bills Haarsträhnen die ihm ins Gesicht hingen, während er mich so von oben hinab anlachte.
War die Eifersucht meinerseits berechtigt?








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